Samstag, 19. Oktober 2013

Stöckchen

Ich war so vorsichtig.... aber Johannes hat mich getroffen. Obwohl ich wirklich flink, geschmeidig und wendig bin, ich bin dem nicht entkommen. Ein Stöckchen. Und nicht so, wie ich es mir erwünscht hätte, mit Fragen wie "Was ist deine Lieblingsfarbe" oder "Welchen Wochentag magst du am Liebsten"... nein, ich muss auch noch nachdenken. Und überlegen, wie ich der Wahrheit so nah wie möglich komme ohne allzuviel zu verraten - ihr kennt das!

Fangen wir mal an:
  1. Was ist deine Mei­nung zum Berlin/Bonn-Gesetz?Zweigeteilt. Zunächst einmal bin ich sowieso der Meinung, dass der ganze Regierungsumzug nicht im mindesten hätte sein müssen. Aber da wir ja anscheinend genügend Gelder zu verschleudern haben- wieso nicht...
    Dass Berlin wieder Bundeshauptstadt wird nach der Wiedervereinigung, war ja bereits im Grundgesetz verankert- demnach also keine Frage. Wieso aber musste der Umzug sein? Es funktioniert durchaus auch in anderen Ländern und Kontinenten mit der Zweiteilung von Hauptstadt und Regierungssitz.
    Meiner Meinung nach war Bonn ja ein wirklich gemütliches Bundesdörfchen. Mit Hilfe der uns nun zustehenden Ausgleichsgelder hat Bonn es geschafft, zu einer durchaus respektablen Telekom und UN - Stadt zu werden. Leider leben wir hier wie das kleine gallische Dörfchen... sehr umzingelt nicht nur vom wunderschönen Grün sondern auch vom streng konservativen und unflexiblen Denken. Das hindert uns, modern zu wirken. 
  2. Hast du der­zeit ein Ehren­amt? Oder sogar meh­rere? Welche(s)? Warum?Jetzt habe ich aber zweimal schauen müssen- wieso will man wissen, ob ich einen EHEMANN habe? Aber nein, es geht um das Ehrenamt.
    Ja, ich habe eines. Oder zwei?
    Seit nunmehr 5 Jahren bin ich Schöffe in der großen Jugendschutzkammer im Landgericht Bonn. Jährlich werden mir 12 Termine (meist einer im Monat) mitgeteilt, bei denen ich in den dann anliegenden Strafverfahren als Schöffe beisitze. Zum Schöffe wurde ich, da mein Arbeitgeber mich im Landgericht vorgeschlagen und ich dort ausgewählt wurde. Das Amt ist spannend und abwechslungsreich- ich bin gespannt, ob ich für weitere fünf Jahre ausgewählt werde.
    Das zweite ist kein Ehrenamt aber ich bin ehrenamtlich tätig. Zählt das auch? Während meines Studiums habe ich - aus Frust wegen der hohen Anzahl der Wartesemester bei einem Medizinstudium- beim Deutschen Roten Kreuz meinen Rettungsassistenten gemacht und bin seit dieser Zeit ehrenamtlich bei der Hilfsorganisation tätig.

  3. Wie ist dein Ver­hält­nis zum Telefonieren?Ich hab da so eine ganz tolle App, die mir sagt, wieviel Prozent im Vergleich zu allem anderen, was ich mit meinem Smartphone mache, telefonieren ist.
    Erstaunliche 6,24 Stunden habe ich bei einer Nutzzeit von 180 Stunden telefoniert.
    Telefonieren ist nicht so meines. Oder sagen wir so: Nicht mit jedem. Die kurzen "Wann/Wo" Absprachen sind ok- aber telefonieren um zu erzählen- das kann ich nur mit wenigen lieben Menschen. Dann allerdings kann ich es auch etwas länger, so dass ich letztendlich auf die stolzen 6 Stunden komme!
  4. Was ist deine Ein­stel­lung zur Femen-Bewe­gung?
    Hach ja. Wenns hilft. Ich brauch keine Frauenbewegung  - ich hab Bewegung genug. Aber bitte: Wenn es denn den Ukrainerinnen (heissen die so?) hilft, oben-ohne Proteste gegen den Sexismus zu starten- gerne. Meinen Segen haben sie.
  5. Hei­ra­ten: Eine über­holte Tra­di­tion, ein schö­ner Lie­bes­be­weis, ein läs­ti­ges Muss oder was?Ich gebe gerne zu: Ich bin sehr konservativ. Heiraten darf sein wenn es passt, und WENN man heiratet, dann bitte mit allem was dazugehört. Ob es hält und ob es fürs Leben ist... das weiß man nicht. Aber es auszuprobieren- wieso nicht? Ich freue mich für jedes Paar.
  6. Schätze mal bitte: Wie viel Pro­zent dei­ner Freunde und Bekann­ten kennst du aus den fol­gen­den sozia­len Umfeldern:
    1. Von der Aus­bil­dung, Schule, Uni etc.?                                                10%
    2. Aus der Arbeit?                                                                                    15%                        :
    3. Über das Internet?                                 :                                              10%
    4. Über dei­nen Partner/deine Part­ne­rin? (Auch: ehe­ma­lige Partner.)        5%
    5. Wo ganz anders her?                                                                             60%
  7. Wel­che Erklä­rung hast du für die Ver­tei­lung in der vor­he­ri­gen Frage?Erklärung? Es ist halt so. Nach der Uni hat sich alles verteilt. Mit ein paar Wenigen habe ich noch Kontakt- aber mehr als 10% meiner Freunde und Bekannten wird das nicht sein
    Aus der Arbeit kenne ich schon einige- und habe auch mit einigen privaten Kontakt. Es ist nicht so die Masse- aber doch etwas mehr als aus der Uni- demnach auch eine höhere Prozentzahl.
    Das Internet... ich bin da sehr vorsichtig. Bis vor kurzem war es sehr sehr wenig, durch die Ironblogger wird es mehr- aber es ist tatsächlich nicht viel. Die paar Menschen, die ich im Internet kennengelernt habe und mit denen ich auch außerhalb des Internets Kontakt halte, sind mir sehr wichtig und lieb.
    Über meine(n) ehemaligen Partner kenne ich höchstens 2 - wohl basierend auch aus der Tatsache, dass man bereits vorher gemeinsame Bekannte hatte. Geringer Anteil also.
    Die Masse macht definitiv mein Ehrenamt aus. Hier lerne ich die meisten Menschen kennen und habe auch die meisten Freunde und Bekannten.
  8. Wor­aus besteht dein Früh­stück an einem typi­schen Wochentag?Meist versuche ich sehr früh im Dienst zu sein um eine halbe -3/4 Stunde den Flur für mich alleine zu haben. Die erste Tasse Kaffee genieße ich vor dem PC mit den angesammelten Emails. Richtig Frühstücken fällt manchmal aus- da sich der Tag nicht immer vorplanen lässt- aber wenn es geht, dann nehme ich mir im Laufe des Vormittages die Zeit für ein Brötchen mit Frischkäse und Lachschinken, Marmelade oder Käse. Wenn ich ganz viel Lust habe, dann auch gerne ein Müsli mit frischem Obst.
  9. Hast du eine oder meh­rere Zeit­schrif­ten abon­niert? Wel­che, seit wann und warum?Den Bonner Generalanzeiger, mittlerweile allerdings nur noch die Wochenendausgabe. Seit ich lesen kann glaube ich ^^- und warum? Weil Zeitungen einfach ein anderes Lesegefühl bieten als das Internet. Um das zu genießen brauche ich Wochenende, deshalb nur noch die Wochenendausgabe.
  10. E plu­ri­bus unum“, wie ein gewis­ser Karl-Theodor Frhr. zu Gut­ten­berg in sei­ner her­vor­ra­gen­den Dok­tor­ar­beit geschrie­ben hat. Sind die „Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Europa“, also eine EU nach USA-Vorbild, dei­ner Mei­nung nach eine rea­li­sier­bare Vision? Oder kann Europa nie­mals eine Nation mit einer Zen­tral­re­gie­rung und eige­ner Ver­fas­sung wer­den? Warum?Ob es das werden kann oder nicht vermag ich nicht zu beurteilen. Dafür habe ich wohl das falsche studiert und gelernt. Ich kann aber sagen, was ich in meinem laienhaften Kopf davon denke:
    Ich möchte das nicht. Kurz gesagt. Es ist abgekupfert und wird nie so werden wie in den USA. Lasst uns unser Europa sein so wie es jetzt ist. Mit seinen vielfältigen Staaten, den vielfältigen und so unterschiedlichen Menschen, Kulturen und Eigenheiten. Jeder Staat für sich aber gemeinsam in eine Richtung.

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Personalentwicklung

Manchmal muss mir einfach die Hutschnur platzen, wenn ich denn einen Hut mit einer solchen tragen würde.
So eine verantwortungsvolle Aufgabe, die die Bundesregierung auf die Landesregierung auf die Bezirksregierung auf die Städte und Gemeinden überträgt.
Heimaufsicht.
Kurz und knapp: "Die Würde, Interessen und die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger in Betreuungseinrichtungen zu schützen und die Einhaltung der dem Betreiber ihnen gegenüber obliegenden Pflichten und ihre Rechte zu sichern."
Richtig. Da kann man alles reinpacken. Genau das wird auch gemacht.
Grundsätzlich auch eine löbliche Idee, eine durchaus ehrenvolle Aufgabe und - in meinem Fall- auch mit viel Stolz erledigt aaaaaaber...

Kann man die Würde, Interessen.... (s.o.) für die Bewohner, Mitarbeiter und Betreiber von 40 Alten- und Pflegeeinrichtungen, 34 Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Alternativen Wohnformen, Bauberatungen, Schließungen, bald auch ambulante Pflegeeinrichtungen, betreuten Wohneinheiten und und und
mit VIER Mitarbeitern durchführen?

Wieviele Probleme derzeit in der Pflege bestehen weiß jeder- wir sollen es richten. Gerne. Wie?

Langsam drückt es in meinem Magen.. man kommt zu keinem Ergebnis- wenn ein Problem gelöst wurde, wachsen fünf neue Probleme. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Vielleicht hilft es, das einfach mal hier loszuwerden und weiterzumachen. Wie immer.

Samstag, 5. Oktober 2013

Das Spiel mit den alten Menschen

Drei Heimschließungen drohen in Bonn. Zwei davon betreffen Alten- und Pflegeeinrichtungen. Bei beiden Schließungen ist der grundsätzliche Gedanke, die Einrichtung zu schließen, vollkommen legitim und aus wirtschaftlicher Sicht in einem Fall auch angebracht - aber in beiden Fällen wird die Durchführung auf dem Rücken der dort lebenden Bewohner ausgeführt.
Eine Einrichtung in welcher Menschen- egal wie alt und wieso- leben, muss eine Schließung nicht nur aus betriebswirtschaftlicher und vertragsrechtlicher Sicht ordnungsgemäß durchführen- gerade hier ist die soziale Komponente die erste Priorität- meiner Meinung nach.
Wenn es um Geld geht, werden hochrangige Geschäftsmänner zu Kleinkindern und spielen Krieg auf dem Rücken der wehrlosen Bewohner und der ratlosen Angehörigen.
Wenn das nicht funktioniert, werden die Behörden eingeschaltet und versucht, hier die Schuld und die Arbeit abzuwälzen. Arbeit haben wir damit nun genug- Abends, am Feiertag und an den Wochenenden. Schade nur, dass hier die Anerkennung nicht einmal schriftlich an den Oberbürgermeister weitergegeben wird- immerhin sind auch wir Menschen, die ihre Freizeit dafür geben, dass Niemand - wie auch immer- leiden muss und schnellstmöglich wieder den letzten Lebensabschnitt genießen kann. Ja! Freizeit! - Die unzähligen "Wir kommen vorbei und beruhigen"- Einsätze werden nicht bezahlt.

Ein Lob hier aber auch an die Presse, die, informiert durch Angehörige, dieses Thema durchaus ernst nehmen und versuchen, die problematischen Kleinkriege öffentlich zu machen.

Mittwoch, 25. September 2013

Bundestagswahl aus Laiensicht

Auf keinen Fall möchte ich hier politisieren- nein, ich möchte einfach nur einmal aufschreiben, was mir aufgefallen ist. Vielleicht absolut naiv- das mag sein- aber es hat mich gestört.
Zunächst finde ich es toll, dass die Wahlbeteiligung wieder gestiegen ist. Sicherlich sind die sozialen Netzwerke- ob Twitter oder Facebook oder  Google+ - mit daran beteiligt, dass die Bundestagswahl im Besonderen, aber auch jede andere Wahl, transparenter und *fassbarer* gestaltet wird. Die Wahlmüdigkeit ist hoffentlich vorbei!
Vor der Wahl hat man tatsächlich so viele Eindrücke aller Parteien gewinnen können, dass fehlendes Wissen zumindest bei den Nutzern der sozialen Netzwerke nicht Grund für eine Wahlverweigerung sein konnte. Bis hierhin alles toll.
Dann kam das Wahlergebnis. Ein großer Aufschrei überrollte Twitter... noch einmal 4 Jahre "Mutti". Man musste förmlich davon ausgehen, dass zumindest Twitter durchgängig nicht die CDU gewählt hat. Bekennende "Schwarzwähler" wurden *ausgebuht*. Wofür? Knapp 42 Prozent der wahlberechtigten Wähler haben die CDU als stärkste Partei gewählt. Genauso wie die FDP nun nicht mehr im Bundestag vertreten ist. Das ist Wählerwille. Da wir in einer Demokratie leben, ist diesem Wählerwillen nachzukommen, dabei ist es vollkommen unerheblich, ob ICH diesen Willen ebenso gehabt habe oder nicht. Ist es so schwer, zu akzeptieren, dass es nunmal so ist? Dass eine rot-rot-grüne Regierung ebenso wie eine schwarz-gelbe Regierung NICHT gewählt wurde? Wie es ausgeht, wie die nächsten vier Jahre werden, ob wir dann immer noch (un)zufrieden sind- das wird sich zeigen.
Wichtig ist mir, dass man das Wahlergebnis zunächst akzeptiert und jeder gewählten Regierung- egal wie sie aussehen wird- die Chance gibt, sich zu bewähren.

Samstag, 21. September 2013

Schöffe

Das Schöffenamt ist ein Ehrenamt - in meinem Fall in der großen Jugendkammer des Landgerichtes in Bonn. Vorgeschlagen durch den Arbeitgeber wurde ich für fünf Jahre in das Schöffenamt gewählt und besuche seitdem durchschnittlich 12 Verhandlungs(tage) im Landgericht als *Richter*.
Einen (hauptamtlichen) Richter befragt, ob die Schöffen im Verfahren nicht eigentlich störend wirken sagte er: "Nein. Als Richter mit tagtäglicher Begutachtung und Bewertung von Fällen, die entweder Leben kaputt gemacht haben oder aber bei falscher Beurteilung dazu führen können, dass Menschenleben kaputt gemacht werden, wird man stumpfsinnig. Man sieht oft vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr und ist froh, von Laienseite wieder auf den Weg zurück gebracht zu werden"
Dafür muss man vielleicht wissen, dass bei der Urteilsfindung die Stimme des Schöffen genauso viel wert ist wie die Stimme der anwesenden hauptamtlichen Richter.
Ein schweres Amt. Nicht, weil man zu einem Urteil kommen muss: Die Richter haben einen Spielraum, der den Schöffen erklärt wird - innerhalb dieses Spielraumes wird immer ein Urteil gefunden.
Wohl aber, weil man der Verhandlung beiwohnt. Den oder der Angeklagten in die Augen schauen muss, mit ihnen reden muss und neutral bleiben soll- bis zur Urteilsfindung.
Sehr schwer, wenn es sich dann um Anklagen bei schweren sexuellem Mißbrauch von Kindern handelt. Hier immer ruhig zu bleiben und dabei ohne Tränen in den Augen den Aussagen der Kinder zuzuhören- da ist es eine tiefe Befriedigung, am Tage der Urteilsverkündung zu merken, dass man am längeren Hebel sitzt. Das Recht etwas wert ist.
Ich würde dieses Amt sofort noch einmal ausüben - wenn ich gewählt werden sollte, denn ich sehe es als eine Ehre an, im Zweifel auch für den Angeklagten sprechen zu dürfen.

Samstag, 14. September 2013

Die Geschichte die mir nie passiert.

"Oh Gott wie schrecklich, ich bedauere dich, aber MIR wird das sicher nie passieren". Wie oft hatte ich den Gedanken.

Anfang des Jahres erzählte mir eine Freundin (eine RL-Freundin), dass sie über Twitter jemanden kennen gelernt habe, der schwer krank wäre aber die Krankheit gut im Griff habe. Sie selber ist Krankenschwester und im Medizinproduktegeschäft tätig. Immer wieder erzählte sie mir von dem "Chris" (= @HCOMagic) und seinen Freund "Pali"- bis ich ihnen auch über Twitter folgte. Viel wurde nicht geschrieben. Ab und an kam eine Mention von mir oder von den Beiden. Irgendwann- irgendwie- ich weiß wirklich nicht mehr wann, wie und wieso, schrieb ich mit "Pali" (=@SpecialPL) DMs. Ich glaube, es war ein Tweet von mir, zu welchem er eine Nachfrage hatte.
Aus dieser einen DM wurde ein regelmäßiger DM-Kontakt. Pali erzählte mir von seinem Partner Chris, dass er krank wäre, damals noch in Aachen- dass er in eine Klinik käme. Er erzählte, dass Chris einen internen Herzschrittmacher hätte, dass er ein Spenderherz habe, welches aber nicht so gut angenommen wird, dass er keine Nieren mehr hätte und nun auf eine Spenderniere hoffe. Wohl gemerkt- es wurde nur erzählt- es wurde nichts erwartet von mir- weder Hilfe noch Geld noch sonst etwas. Ich habe das Erzählte kommentiert, versucht Mut zu machen um für den Partner da zu sein. Pali erzählte, Chris habe eine blöde Vergangenheit gehabt, er habe einen Partner gehabt der ihn schlecht behandelt habe, habe dann ein Medizinstudium begonnen in Hamburg aber habe dieses abbrechen müssen wegen der Erkrankungen.
Chris selber habe er während einer Kur im Januar kennen - und lieben gelernt. Nun wäre Chris bei ihm in Aachen. Im Laufe des Frühsommers ging es Chris schlechter, Pali meinte, die Mama von Chris würde ihn wohl jetzt wieder nach Hamburg (da kommt Chris her) holen - so geschah es auch. Chris wurde in Hamburg in der Uniklinik medizinsch behandelt- dort, wo er und seine medizinische Vorgeschichte bekannt ist. Pali erzählte, dass die Mama von Chris schon einige Nahtoderlebnisse mit ihrem Sohn gehabt habe und nun sehr aufgeregt wäre. (Bisher für mich alles schlüssig und absolut verständlich- ohne Grund, an dem Gesagten zu zweifeln). Pali nahm Urlaub und besuchte seinen Partner in Hamburg. Während meines Sommerurlaubes war ich auch für einen Tag in Hamburg mit einigen Freunden. Pali wusste das nicht. Er schrieb mir dann über Twitter, dass er fertig wäre, mal Abstand von Chris brauche für einen Tag und er überlege, einfach durch HH zu schlendern. Ich schrieb zurück, dass ich mit Freunden in HH wäre und man sich sehr gerne treffen könnte- Plötzlich war allerdings da eine Einladung von Chris Schwester, zu der man unbedingt musste. Ich fand es seltsam aber es war mir persönlich egal- ich wollte meinen Tag dort genießen. Das war Anfang August. Pali fuhr einige Tage später wieder zurück nach Aachen, um die Wohnung aufzulösen, er hat - wie er erzählt hat- in Hamburg einen Job als Physiotherapeut gefunden und konnte eine Wohnung von Chris Eltern anmieten. Ende August ging es Chris immer schlechter. Pali machte sich immer mehr Sorgen und beschloss, nach HH zu reisen. Dort angekommen. besuchte er Chris im Krankenhaus und erzählte, dass Chris auf Lungenentzündung behandelt würde, aber wohl noch mehr nicht in Ordnung wäre. Pali regte auf, dass Chris sowohl Schmerzmittel als auch Beatmung nicht zuließ, mit der Begründung "Wenn mein Körper nicht mehr will, will meine Seele auch nicht mehr". Die Dialyse würde er allerdings gestatten. Ich habe versucht, die für mich verständliche "Patientenverfügung" von Chris Pali zu erklären, aber er war für mich ein überzeugt trauernder, psychisch vollkommen fertiger Partner. Er schrieb täglich davon, dass es schlechter würde, eines Morgens dann, dass er verstorben wäre. Daraufhin entwarf ich meinen Blogeintrag über die Organspende - da ich der Überzeugung war, dass eine Spende Chris vielleicht geholfen hätte.

Als ich fragte wann Chris gestorben wäre- sagte er: "Ich schlief". Etwas später meinte er, er wäre dabei gewesen, wusste aber nicht mehr wann "Ich schau ja nicht auf die Uhr". Ich schob das auf den sicherlich depressiven Pali. Das war am 3.9.
Einäscherung sollte am 9.9., Beerdigung am 10.9. sein. Pali ist nach eigener Erzählung nicht zur Beerdigung gegangen, da er zusammengebrochen sei. Mittlerweile folgte ich auch der Schwester von Chris, @MDI_SW - hatte aber keinerlei Kontakt zu ihr (wieso auch).
Pali schrieb mir dann am ich glaube 12.9., dass er alle Tabletten genommen habe die er noch hätte. Ich wusste nicht was tun und habe dann der Schwester eine DM geschrieben, sie möge bitte zu Pali fahren er bräuche Hilfe. Sie reagierte verspätet, (erst nachdem ich mit Pali nicht mehr schriebe, kam eine Antwort von ihr) sagte, sie würde bei ihren Eltern anrufen, dort wäre Pali. Keine 4 Minuten später schrieb Pali mir: "Du hast Michelle Bescheid gesagt!". Das wunderte mich, denn er hatte nun andere Probleme, war wohl auch nicht alleine, da ja bei den Eltern von Chris. Laut Pali wurde er von Chris Vater in die Klinik gefahren, wäre nun in Behandlung und ihm ginge es so schlecht. Aber Twittern geht?
Vorgestern wurde Pali von seinem Vater in HH abgeholt und mit nach Hause genommen. Gestern erzählte Pali mir, dass er nun in die Tagesklinik käme und keine Tabletten mehr bekomme. (Beides fand ich komisch denn: Er hatte einen Selbstmordversuch hinter sich, ist NICHT in der Klinik in Aachen- bekommt KEINE Tabletten und hat einen Platz in einer TAGESklinik- wo er in der Psychiatrie besser aufgehoben wäre).
Irgendwann wollte ich ihn darauf mal ansprechen, habe aber in meinem RL zuviel zu tun gehabt, dass ich einfach nicht dazu kam.

Heute dann dieser Tweet von @Betruegerin (die sich noch einmal bei mir gemeldet hat- der Nick wurde wohl von den ganzen Fakes als Spam gemeldet und gesperrt, aber die Website existiert noch. Inhalt: "Hallo,  HCOMagic ist ein Fake. Hinter dem angeblichen Christian Wagner steckt eine 29-jährige Frau" Bisher war mir der vollständige Name von Chris nicht bekannt gewesen.
Dieser Tweet ging an fast alle Follower von HCOMagic- ein anderslautender Tweet an die Fake-Accounts. Dort stand in etwa: "Jetzt hast du ihn sterben lassen - wer wird nun kommen"
So einen Tweet hat auch SpecialPL bekommen. Ich fragte ihn über DM was das solle und wer das wäre. Keine Antwort. Ich fragte, ob er tatsächlich ein Fake wäre (jajaja, blöde Frage ich weiß) - Antwort: Wie kommst du darauf? Dann schrieb ich ihm dass ich seine Reaktion komisch fände. Der trauernde Partner, die Schwester - keiner reagiert auf den Tweet?. Antwort: Anwalt ist informiert. Inzwischen habe ich über eine Freundin erfahren, dass Chris mit seinen Handynummern online war. Komischerweise am Tage der Beerdigung und auch an den folgenden Tagen. Ich hätte ja für vieles Verständnis, nicht aber dass man mit dem Handy eines Toten (das wohl die Eltern dann haben) am TAGE DER BEERDIGUNG in Whatsapp geht... Also habe ich Pali gefragt. Minuten später waren er und die anderen Nicknamen gelöscht, ebenso alle DM.

Die Website von @Betruegerin: http://betruegerin.de.tl/  Hier wird die Geschichte der 29-jährigen,  bereits verurteilten Frau erzählt.
Der neue Nickname ist: @ZfMarcel.
Die Verurteilte Dame, welche alle Nicks als Fake betrieb- und noch einige betreibt, heißt Julia Wegener. Auf FB hat sie zwei Accounts. Bilder des Urteils sind unter dem Nicknamen @ZfMarcel zu finden.

Wie ich eben erfahren habe, sind auch @Mali_Angelique und @Dana_Muldvarp angebliche Fakenicks. Mali_Angelique hat in ihren Tweets oft berichtet, dass sie so "eng" mit Chris ist, twittert Videos von "ihren" Liedern, Bilder von ihrem "ersten Treffen" auf dem man nichts erkennen kann- auf meine Frage, ob sie ihn persönlich gekannt hat, schreibt sie: Er hat mir nie gefolgt. Definitiv eine Lüge.
@ZfMarcel hat beide auf ihre "Vergangenheit" mit "Chris" angesprochen und so aufdecken können, dass auch hier nicht alles koscher ist. Da beide Nicks jedoch nicht gelöscht sind, ist es hier unklar, was diese "Zusammenhänge" bedeuten.
Definitiv ein Fakenick ist @DanniWeiss_MD, welcher auf Facebook Tobias Jung heißt (auch ein Fakeeintrag von der besagten Dame) und lediglich eine Berufsschule besuchte- nicht Assistenzarzt ist.
 

Im Nachhinein fallen mir viele Kleinigkeiten ein, die mich hätten stutzig machen können. KÖNNEN- aber nicht haben. Zum Glück ist für mich weder finanzieller noch emotionaler Schaden entstanden, aber viele Twitterer haben sehr engen Konktakt zu @HCOMagic gehabt, ihm seine Krankengeschichte geglaubt und ehrlich getrauert, als er "starb". 

Eine Mahnung an mich, vorsichtiger zu sein, ein Appell an euch, aufzupassen.

Nachtrag: Auf Instagram gibt es "Chris" ebenfalls: x_c_h_r_i_s_x
Der Account ist (noch) nicht gelöscht- auch hier: KEIN EINZIGES Foto von Chris und Pali -die doch seit Monaten unzertrennliche Partner waren. 

Kunst!Rasen. Die Saison

Schön war´s. Die Konzertreihe auf dem Kunst!Rasen in Bonn.
Obwohl es vielerlei Streitereien um die Lärmbelästigung seitens der Anwohner gab hat es lediglich zum Ausfall eines Konzertes geführt, Serotronic and Friends, so dass heute das letzte Konzert starten kann.
Nicht verstanden habe ich das Aufstellen des Zirkuszeltes "Kunstpalast" mitten in der heißen Phase des Sommers. Unvergessen das wirklich phänomenale La Brass Banda Konzert bei 38 Grad Außentemperatur und gefühlten 70 Grad im Zelt. Die Stimmung war so bombig- das hätte man gut auch auf dem zum Ende der Konzertreihe sowieso verkleinerten Außengelände stattfinden lassen können.
Die Mischung der Angebote- vom "Classic Picknick", "The Wagner Project" über "Heino" und "Santiano" bis hin zu "Deichkind" hat dazu geführt, dass alle Altersklassen angesprochen wurden.
Selbst das Speisen- und Getränkeangebot im Kunst!Garten konnte sich sehen lassen. Cocktails, Flushs, Kaffee sowie Bier, Wein und Softtrinks wurden zu moderaten Preisen ebenso angeboten wie Salate, Nudelgerichte, Grillgerichte, gefüllte Baguettes und die obligatorischen Fritten mit Currywurst. Die allerdings waren mit 6,50 Euro teurer als am Düsseldorfer Flughafen. Ein kleiner Minuspunkt. 
Nach vielen Konzerten wurde im Kunst!Garten auf einer kleinen Bühne ein After-Show Programm angeboten. Bei dem meist guten sommerlichen Wetter konnte man so noch lange nach dem Konzert die Eindrücke bei einem Cocktail (oder Bier...) einwirken lassen.
Ein weiterer Pluspunkt: Kinderbetreuung wurde im Kunst!Garten während des Konzertes angeboten. Neben Hüpfburg und Spielplatz waren Betreuer vor Ort, welche sich gegen ein kleines Entgeld um die abgegebenen Sprösslinge kümmerten.
Schade, dass einige Eltern, welche dieses Angebot nicht annahmen, vergaßen, dass die Lärmbelästigung für die Kinderohren nicht so leicht zu verkraften ist. Einige Eltern hatten immerhin an Kopfhörer für die Kleinen gedacht.

Für das Publikum, welches sich die Karten für die Konzerte nicht leisten wollte oder konnte,  gab der See eine gute Zuhörerlocation. Mit Decken, Stühlen und Picknick versammelten sich dort jeden Abend viele Neugierige, welche über den Sound auch dort nicht klagen konnten. Wie ich mitbekommen hatte, wurden Restkarten nach Beginn der jeweiligen Konzerte auch an die dort sitzenden Zuhörer weitergegeben.


Fazit: Ich freue mich auf das nächste Jahr und hoffe auf eine mindestens genauso schöne Saison.