Sonntag, 13. September 2015

Pützchens Maat es anjesaat

Alle Jahr wieder läutet der Start von Pützchens Markt das Ende vom Sommer ein .
Dieses Jahr wurde auch das Ende des amtierenden Oberbürgermeisters eingeläutet- Pünktlich Freitag 15 Uhr vor dem Fassanstich mit der nicht sehr lieblichen- dafür aber sehr lauten Stimme von Herrn Nimptsch aus dem Bayernzelt. Naja, wir haben es überstanden, viel zu tun war eh noch nicht. Das hat sich jedoch schlagartig gegen 18 Uhr geändert. Perfektes Sommerwetter gepaart mit Wochenendfeeling- die Leute strömten geradezu das Marktgelände - und die Getränkebuden- an. Nüchtern betrachtet- und ich meine tatsächlich nüchtern- ist es schon ein wenig witzig, wenn stark alkoholisierte Jugendliche meinen, "ich fick dir dein Leben" und "ich schlitz dich auf" - und der Polizei das Bild einer 9 mm Pistole zeigen, mit dem sie dann den Frieden durchsetzen wollen. Da die Polizei unbeeindruckt blieb, war das Vorhaben dann relativ schnell vergessen. Zumindest leben wir alle noch - und mein Leben wurde- soweit ich weiß- von DIESEN Jugendlichen nicht gefickt.
Immerhin weiß ich nun, dass ausgebrochener Berentzen-Waldfrucht gar nicht mal so gut riecht.

Weniger schön war, dass ich noch nicht wirklich im Bett lag, als wir alarmiert wurden, dass zwei Busse mit Flüchtlingen in den Nachbarkreis ankommen. Wieso auch immer dann Bonner alarmiert wurden, wir sind natürlich hingefahren und haben noch bis 8 Uhr organisiert und untergebracht. Der Tag war lang- aber ich war froh, dass nach zwei Stunden Schlaf der Hermesbote nicht nachlies und so lange "Hallo" an meiner Haustür rief, dass ich entnervt aufstehen musste und ein Paket annahm, dass noch nicht einmal für mich war.

Pützchen- und die Dienste- ist noch nicht beendet, Flüchtlinge kommen immer mehr und mehr - mein Arbeitgeber möchte mich auch wenigstens kurz sehen- jetzt, wo ich ja einen neuen, gewählten, Chef habe- also denke ich, dass es vielleicht die ein - oder andere nette Story in Kürze noch zu berichten gibt.