Sonntag, 19. April 2015

Nachdenken

Wie oft habe selbst ich gesagt, dass das Internet nicht vergisst, dass man Menschen nicht hinter die Stirn schauen können, dass alles möglich ist.
Nun schreibe ich hier einen Blogpost über einen Kollegen, von dem ich mir sehr sicher bin, dass er weder Twitter, noch Facebook oder Internet im weitesten Sinne nutzt.
Und werde von dem Menschen, der mich konsequent aus seinem Leben geschmissen hat, dessen Meinung mir so wichtig war, der mir mit Worten so gut getan hat- von diesem Menschen werde ich darauf hingewiesen, über die Sinnhaftigkeit dieses Blogspots nachzudenken
Natürlich hat er Recht. Natürlich habe ich den Post gelöscht.
Und es ärgert mich. Es ärgert mich, dass ich anscheinend nicht nachgedacht habe. Es ärgert mich, dass dieser Mensch Recht hat. Recht hat, ohne mir vorher zu zeigen, dass er auch mal Unrecht hatte. Mir. Persönlich.
Bevor ich mich hier um Kopf und Kragen schreiben, höre ich lieber auf. Aber ich wünschte mir so sehr, ich könnte die vier-fünf Sätze, die ich damals am Telefon noch sagen wollte- und die seitdem in mir brodeln - noch loswerde. In einem vernünftigen, wertschätzendem Rahmen. Und nicht, weil ich *belohnt* werden muss für irgendetwas, was man aus Überzeugung macht. Weil der Mensch es wert war. Ist?
Ja, du fehlst.
Da ich immer noch- schon wieder- in Arbeit versinke, wollte ich eigentlich einen Post über das fehlende Verantwortungsbewusstsein von Pflegekräften schreiben, über die Fahne im Wind Laumann, über unsere Arbeit, die das Denken bundesweit aufgerüttelt hat.
Mache ich dann nächstes Mal.