Samstag, 14. Februar 2015

Was für ein Jahr

OH- erst Februar. Trotzdem. Letztes Wochenende durfte ich mein erstes Wochenende im "Frei" genießen. Irgendwann letztes Jahr schrieb ich, dass es gut ist, Streß zu haben um Enttäuschungen zu kompensieren- SO allerdings habe ich mir das nicht vorgestellt.
Neben einer Woche ununterbrochener Hausnotrufeinsätze (so viele habe ich im Rettungsdienst täglich nicht gehabt) habe ich in meinem Hauptjob eine - so wissen wir mittlerweile- bahnbrechende Entscheidung getroffen. Sie fiel nicht leicht, war unglaublich schwer umzusetzen und bedeutete eine so hohe emotionale Belastung- das möchte ich eigentlich nicht noch einmal erleben. Wenn es allerdings nötig werden würde- sofort wieder.
Aufgefallen ist mir bei aller Presse und Kommentaren zur Presse, dass die meisten Leute gar nicht wissen, was die Heimaufsicht eigentlich macht.
Die Heimaufsicht arbeitet im Auftrag des Landes- unter Beaufsichtigung der Regierungsbezirke nach einem Landesgesetz. Leider. So gibt es in Deutschland ganze 16 verschiedene Gesetze, die die Aufsicht über die stationär untergebrachten Erwachsenen regeln.
In NRW ist es das Wohn- und Teilhabegesetz, welches die Rechten und Pflichten der Alten- und Pflegeheime, ambulanten Dienste, Tages- und Nachtpflege, Behinderteneinrichtungen, Betreutem Wohnen regelt.
Die Heimaufsicht ist die Behörde, die überprüft, dass das Gesetz eingehalten wird- und das zum Wohle des Nutzers (Ja, so heißt es leider)
Dabei sind wir nicht im Mindesten mit dem Medizinischen Dienst zu vergleichen. Wir dürfen jederzeit die Räume betreten, alle Dokus anschauen und- nach Einverständnis der Person selber- auch die Nutzer anschauen. Wir können Belegungsstopps aussprechen, Beschäftigungsverbote erteilen, die Zuverlässigkeit von Betreibern anzweifeln, Führungskräfte absetzen, Betriebe schließen. Alles zum Wohle des Bewohners. Wobei- und das kann sich jedermann sicherlich vorstellen- auch wenn man es vor der Presse niemals zugeben würde (....): Ein Haus schließt sich nicht von jetzt auf gleich und auch nicht einfach mal so "Weil die Heimaufsicht gerade Lust hatte".
Wir kommen stets unangekündigt, müssen - zumindest in Alten- und Pflegeheimen- mindestens jährlich überprüfen aber sind weitaus öfter in den Häusern. Jeder Beschwerde wird nachgegangen. Jeder. Auch jeder anonymen.
Die Heimaufsichten - oder WTG-Behörden, wie sie auch genannt werden- sind den Städten und Kreisen zugeordnet. In Bonn dem Sozialamt- in anderen Städten auch mal dem Gesundheits- oder Ordnungsamt. Im Prinzip ist jede der Zuordnungen richtig, denn von allem ein wenig - das sind wir.
Und weil wir so vielschichtig- und seitig sein müssen- haben wir einen enormen Fort- und Weiterbildungsbedarf.