Sonntag, 22. Februar 2015

Die Arbeit

Die Heimaufsicht überprüft stets unangekündigt- mindestens einmal im Jahr und auf Veranlassung (Beschwerden zum Beispiel)
Natürlich schauen wir uns die Dokumentationen an- denn diese sind die Arbeitsgrundlage- aber ebenso gehen wir zu den Bewohnern und schauen. ob die in der Dokumentation beschriebenen Personen mit denen, die wir besuchen, übereinstimmen. Leider ist dies nicht immer der Fall.
Es mag sein, dass oft über Dokus geschimpft wird, überlegt man jedoch, dass aufgrund des derzeit bestehenden extremen Fachkräftemangels oftmals Leiharbeitskräfte einbezogen werden müssen, welche selten eingearbeitet sind und oftmals mehrere Heime im Monat "bedienen"- so versteht sich von selbst, dass eine handlungsleitende Dokumentation von Nöten ist. Dies bedeutet nicht, dass alles doppelt und dreifach notiert ist (weder verlangt das jemand. noch ist dies gesetzlich vorgesehen), es bedeutet jedoch zumindest, dass die aktuelle Pflegesituation inklusive der derzeit bestehenden Pflegerisiken kurz beschrieben ist .
Bevor ein Haus geschlossen wird, ist mehr als nur eine fehlerhafte Dokumentation oder eine mangelnde Pflege von Nöten Zunächst wird gemeinsam überlegt, wie man die Fehler beheben kann, welche Instrumente noch notwendig sind, welche strukturellen oder personellen Veränderungen vollzogen werden müssen etcpp. Ein Neubelegungsverbot ist meist eine der Maßnahmen- so dass man zunächst die bereits in der Einrichtung befindlichen Bewohner nach dem allgemeinen Stand pflegerischer Erkenntnisse pflegt.
Grundsätzlich ist tatsächlich das Problem, dass den Pflegekräften die Arbeit zuviel wird und damit liegen bleibt. Lieben bleiben dann auch die Bewohner, die so Wunden entwickeln, aufhören zu trinken, zu essen, Kontrakturen entwickeln uswusf. Pflegefehler oder aber auch gefährliche Pflege.
Ausschlaggebend ist hier natürlich die vorhandene (Leitungs-)struktur. Schwache oder fehlende Leitung begünstigen die gefährliche Pflege.
Nicht ausschlaggebend ist heutzutage die Bezahlung der Pflegekräfte. Zumindest in Bonn ist ein Durchschnittlohn von 2800 Euro aufzufinden- weit mehr als zum Beispiel Rettungskräfte verdienen.

tbc