Mein Büro ist mit Abstand das beste Büro, dass man bekommen kann. Wenn ich einmal nicht im Außendienst bin, und auf dem Balkon meines Büros auf die Ecke Hans-Böckler/ Friedrich-Breuer-Straße schauen kann, wird mein Tag immer wieder von Menschen erhellt, die nicht wissen, dass sie gerade eine gute Tat für mich erledigen:
Sei es die Putzkraft der Volksbank gegenüber, die alle Papierkörbe in der Bank morgens in einen großen Sack leert um diesen dann an der Straße in einen öffentlichen Papierkorb zu stecken. (Ob das wohl mal auffällt? Ich werde auf jeden Fall nichts Persönliches mehr in den Papierkorb der Bank schmeißen).
Eine Straßenbahn fährt in normaler Geschwindigkeit an die Haltestelle vor der Bäckerei vor. Ein eiliger Autofahrer möchte die Zeit nutzen, um kurz vor der Straßenbahn noch die Straße zu überqueren. Natürlich ohne Erfolg, das Auto küsst die Seite der Straßenbahn mit dem Ergebnis, dass zunächst einmal Nichts mehr geht. Bis die Polizei und der Werkdienst der SWB eintreffen, bleibt die Straßenbahn stehen. Die Fahrgäste steigen aus, um den Schienenersatzverkehr zu nutzen, die nachfolgenden Bahnen bleiben stehen. Im Berufsverkehr. So entsteht Chaos.
Ein Auto möchte verbotenerweise links in die Hans-Böckler-Straße einbiegen. Vor der verunfallten Straßenbahn. Das Auto hinter ihm hupt in regelmäßigen sehr kurzen Abständen "Hey- mach dich vom Acker, hier ist abbiegen verboten- fahr weiter!" - ein älterer Herr schreit den hupenden Autofahrer an, er möge aufhören zu hupen, das wäre zu laut. Der Linksabbieger gibt entnervt auf und fährt geradeaus weiter.
Das alles in 1/2 Stunde Balkonpause. Ich möchte hier nicht mehr weg!
Donnerstag, 13. November 2014
Sonntag, 9. November 2014
Die zweite Woche
Eine Woche haben wir nun versucht, die Notunterkunft so wohnlich wie möglich zu gestalten. Die Arbeiter sind gut vorangekommen- die Zimmer sind mittlerweile geteilt und gestrichen. Türen sind angekommen und angebracht worden. Die Küche, die Kantine und der Aufenthaltsbereich sind noch nicht fertig, aber eine Woche haben wir noch bis zumindest ein Teil ein wirklich wohnliches zu Hause bekommen können.
Der Sanitätsraum ist halb eingerichtet- wir haben leider nicht so viel Erfahrung, was genau benötigt wird. Also gehen wir von einem normalen Sanitätsdienst aus- und richten den Sanitätsraum wie ein Unfallhilfstelle ein.
Ich bin sehr gespannt, ob die ganzen freiwilligen Helfer in ein oder zwei Wochen immer noch bereit sind, auszuhelfen.
Warten wir ab.
Der Sanitätsraum ist halb eingerichtet- wir haben leider nicht so viel Erfahrung, was genau benötigt wird. Also gehen wir von einem normalen Sanitätsdienst aus- und richten den Sanitätsraum wie ein Unfallhilfstelle ein.
Ich bin sehr gespannt, ob die ganzen freiwilligen Helfer in ein oder zwei Wochen immer noch bereit sind, auszuhelfen.
Warten wir ab.
Sonntag, 2. November 2014
Flüchtlinge in Bonn
Lange angekündigt und heiß diskutiert: Wollen wir eine Erstauffangunterkunft in Bonn? Zum Glück gehört diese Art der Diskussion nicht zu meinen Aufgaben. Ich erfahre: Wir bekommen es. Eine Außenstelle von Dortmund soll in Bonn eröffnet werden und bis zu 200 Flüchtlinge bis zur endgültigen Zuweisung aufnehmen, so der Regierungspräsident.
Von der ersten Beschlussfassung bis hin zur Aufnahme von derzeit lediglich 75 Flüchtlingen war viel Arbeit von Nöten. Bis das Personal für die Unterkunft eingestellt werden kann, sollen die ehrenamtlichen Helfer/innen des DRK Bonn die Betreuung und Versorgung sicherstellen. Verdienstausfall wird nicht gezahlt, lediglich eine Aufwandspauschale des Landes. Nun geht es darum, bei den jeweiligen Arbeitgebern um Verständnis und damit um Sonderurlaub zu bitten (haben die Meisten Arbeitgeber!) sowie die Vielzahl an Helfer/innen außerhalb des DRK zu koordinieren, Material zu besorgen, Pressemitteilungen zu schreiben, Baumaßnahmen zu besichtigen und die Unterkunft einzurichten. Alles war fertig, bis auf die noch nicht aufgebauten Betten.... Und das war leider eine schlechte Lieferung. Fast jedes Bett war mit einem Materialfehler belastet- wir mussten kapitulieren, da wir die Sicherheit nicht mehr gewährleisten konnten.
Nun kommen die Flüchtlinge später, und wir können erst einmal ein wenig verschnaufen- bis die Arbeit wieder beginnt.
Sonntag, 19. Oktober 2014
Linz am Rhein
"Pommes und Wein in Linz am Rhein"- so das Motto eines Geschenkes für mich. Gespannt war ich sehr. Pommes in Linz? Wein ok- schließlich bekommt man gerade in jedem Dorf Wein- aber die Kombination war doch spannend.
Morgens wurde ich - sehr früh- abgeholt. Nach einigen Abstechern zu den Kastanientauschern bei Haribo, zum Frühstücken und in den Hariboshop ging es an den Rheinanleger, um mit der Godesia nach Linz zu fahren. Das Wetter bei der Hinfahrt hat leider nicht so mitgespielt- es hat ein wenig geregnet, war aber zumindest nicht kalt. Bestückt war das Schiff mit einer Horde schon leicht angetrunkener Kegelschwestern, einige Familien die zum Sealife nach Königswinter wollten und den üblichen Ü80 Schifffahrern.
Leider hatten wir keine Karten oder ähnliches mit, so dass wir die 3 Stunden Seefahrt tatsächlich mit Unterhalten verbringen mussten. Und lästern- aber das ist ja klar :)
In Linz angekommen die erste Hiobsbotschaft: "Wir müssen nun 4 Stunden hier verbringen". In Linz. Am Rhein. 4 Stunden.
Nach zwei Stunden hatte ich meine Pommes, meinen Wein, wir haben Linz mehrfach durchlaufen und immer wieder dieselben Gesichter gesehen. Es war Martini-Markt, so dass wir tatsächlich noch eine Stunde gut überbrücken konnten- die Sonne kam hervor und die Stimmung stieg, je näher die Uhrzeit heranrückte, an der das Schiff uns wieder abholte.
Die Rückfahrt war Kurzweilig. Die Kegelschwestern waren zwar auch da, aber auf dem oberen Deck- wir konnten die 1.5 Stunden gemütlich damit verbringen, den Tag Revue passieren zu lassen
Alles in Allem war es ein schöner Tag- wegen der lieben Menschen, die bei mir waren. Trotzdem: Linz am Rhein? Später nochmal. Mit Ü80. Für 1 Stunde!
Morgens wurde ich - sehr früh- abgeholt. Nach einigen Abstechern zu den Kastanientauschern bei Haribo, zum Frühstücken und in den Hariboshop ging es an den Rheinanleger, um mit der Godesia nach Linz zu fahren. Das Wetter bei der Hinfahrt hat leider nicht so mitgespielt- es hat ein wenig geregnet, war aber zumindest nicht kalt. Bestückt war das Schiff mit einer Horde schon leicht angetrunkener Kegelschwestern, einige Familien die zum Sealife nach Königswinter wollten und den üblichen Ü80 Schifffahrern.
Leider hatten wir keine Karten oder ähnliches mit, so dass wir die 3 Stunden Seefahrt tatsächlich mit Unterhalten verbringen mussten. Und lästern- aber das ist ja klar :)
In Linz angekommen die erste Hiobsbotschaft: "Wir müssen nun 4 Stunden hier verbringen". In Linz. Am Rhein. 4 Stunden.
Nach zwei Stunden hatte ich meine Pommes, meinen Wein, wir haben Linz mehrfach durchlaufen und immer wieder dieselben Gesichter gesehen. Es war Martini-Markt, so dass wir tatsächlich noch eine Stunde gut überbrücken konnten- die Sonne kam hervor und die Stimmung stieg, je näher die Uhrzeit heranrückte, an der das Schiff uns wieder abholte.
Die Rückfahrt war Kurzweilig. Die Kegelschwestern waren zwar auch da, aber auf dem oberen Deck- wir konnten die 1.5 Stunden gemütlich damit verbringen, den Tag Revue passieren zu lassen
Alles in Allem war es ein schöner Tag- wegen der lieben Menschen, die bei mir waren. Trotzdem: Linz am Rhein? Später nochmal. Mit Ü80. Für 1 Stunde!
Sonntag, 12. Oktober 2014
Urlaubstag
Seit Jahren schon geht es mindestens einmal im Jahr zu meiner Oma und meinem Opa nach Kufstein. Obwohl man- oder vielleicht auch gerade weil man- die Gegend so gut kennt, sieht man die Schönheiten nicht mehr so direkt. Letzte Woche nun habe ich mich aufgerafft, eine Tour in die Berge zu unternehmen - nicht nur mit dem Auto sondern auch- man glaubt es kaum- zu Fuß. In die Wälder zu den Latschen, welche es in dem sonst wundervollen Bonn leider nicht gibt.
Das Kitzbüheler Ländchen ist- wenn man von dem Promistatus absieht und sich den Kaffee oder das Essen (und das Tanken) ansonsten spart, eine wundervolle Tagestour wert!
Was die Tour allerdings besonders schön machte, war das wunderbare Sommerwetter mit - im Tal- 29 Grad Celsius und auf dem Berg immerhin noch weit über 10 Grad.
Das Kitzbüheler Ländchen ist- wenn man von dem Promistatus absieht und sich den Kaffee oder das Essen (und das Tanken) ansonsten spart, eine wundervolle Tagestour wert!
Was die Tour allerdings besonders schön machte, war das wunderbare Sommerwetter mit - im Tal- 29 Grad Celsius und auf dem Berg immerhin noch weit über 10 Grad.
Freitag, 3. Oktober 2014
Bauchgefühl
Kennt ihr es? Das Bauchgefühl? Man sieht die grüne Ampel und weiß genau- sie ist rot, wenn ich so weit davor bin, dass ich anhalten muss.
Man hat Dienst und weiß genau- es wird nichts- oder sehr sehr viel los sein.
Man steht morgens auf und weiß, der Tag wird gut- schlecht.
Man lernt Menschen kennen und hat *im Gefühl* dass sie nett, schlecht, unpassend oder teamsprengend sind.
Bauchgefühl- nicht rational sondern dann erst einsetzend, wenn alle rationalen Möglichkeiten im Gehirn schon ausgelotet wurden.
Die Erfahrungen, die man gemacht hat, entscheiden über das eigene Bauchgefühl:
"Die Ampel ist schon so lange grün, sie MUSS gleich rot werden"
"Gestern hat sich die Situation angekündigt, das wird heute wohl kommen"
"Menschen, die so waren wie dieser Mensch, haben sich im Weiteren so und so entwickelt"
Manchmal ist es auch der eigene Wunsch, dass eine Situation eintritt oder aber die eigene Angst, dass eine Situation in eine Richtung abweicht, die man nicht möchte.
Ich persönlich habe tiefsten Respekt vor meinem allzu großen Bauch(gefühl) - denn so oft schon ist es genau so gekommen, wie ich es eigentlich fühlte. Und ja, ich kann alles bestätigen, was ich oben schrieb: Es waren die Erfahrungswerte, die mich dieses Gefühl entwickeln haben lassen- und sowohl leider als auch zum Glück hatte mein Gefühl meist Recht.
Kürzlich erst las ich eine alte Mail, in der ich eine Entwicklung *voraussagte* die auch eintrat - und die, nun aus der Ferne betrachtet, auch allzu logisch war. Trotzdem ist für mich unklar, wieso ich- wahrscheinlich auch viele Andere- diesem Gefühl nicht direkt folgen. Manchmal erspart es Arbeit, manches Mal verlängert es vielleicht schöne Momente.
Man hat Dienst und weiß genau- es wird nichts- oder sehr sehr viel los sein.
Man steht morgens auf und weiß, der Tag wird gut- schlecht.
Man lernt Menschen kennen und hat *im Gefühl* dass sie nett, schlecht, unpassend oder teamsprengend sind.
Bauchgefühl- nicht rational sondern dann erst einsetzend, wenn alle rationalen Möglichkeiten im Gehirn schon ausgelotet wurden.
Die Erfahrungen, die man gemacht hat, entscheiden über das eigene Bauchgefühl:
"Die Ampel ist schon so lange grün, sie MUSS gleich rot werden"
"Gestern hat sich die Situation angekündigt, das wird heute wohl kommen"
"Menschen, die so waren wie dieser Mensch, haben sich im Weiteren so und so entwickelt"
Manchmal ist es auch der eigene Wunsch, dass eine Situation eintritt oder aber die eigene Angst, dass eine Situation in eine Richtung abweicht, die man nicht möchte.
Ich persönlich habe tiefsten Respekt vor meinem allzu großen Bauch(gefühl) - denn so oft schon ist es genau so gekommen, wie ich es eigentlich fühlte. Und ja, ich kann alles bestätigen, was ich oben schrieb: Es waren die Erfahrungswerte, die mich dieses Gefühl entwickeln haben lassen- und sowohl leider als auch zum Glück hatte mein Gefühl meist Recht.
Kürzlich erst las ich eine alte Mail, in der ich eine Entwicklung *voraussagte* die auch eintrat - und die, nun aus der Ferne betrachtet, auch allzu logisch war. Trotzdem ist für mich unklar, wieso ich- wahrscheinlich auch viele Andere- diesem Gefühl nicht direkt folgen. Manchmal erspart es Arbeit, manches Mal verlängert es vielleicht schöne Momente.
Freitag, 26. September 2014
Achtung im Netz
Vor genau einem Jahr schrieb ich einen Blogeintrag über diese Geschichte
Tatsächlich dachte ich, dass diesem Menschen, der zum (mir bekannten) zweiten Mal durch psychische Spiele und Fakeaccounts versucht, Menschen emotional kaputt zu machen, alle weiteren Möglichkeiten tätig zu werden, verwehrt wurden, da mittlerweile auch von behördlicher Seite gegen sie angegangen wurde.
Weit gefehlt. Eine Anfrage über Twitter, ob "dieser Account" (ich werde ihn zunächst hier nicht nennen- das überlasse ich jemand anderen) wohl ein Fake sein könnte, weckte mich abrupt. So viele Parallelen, so viele Ähnlichkeiten, die Geschichte war fast gleich- nur mit dem Unterschied, dass es hier nicht mehr um eine schwule sondern um eine heterosexuelle Person handelt. Der gravierendste Unterschied aber ist, dass sie dieses Mal sogar eigene Bilder verwendet. Bilder von sich selber versenden und sich als Mann ausgeben ist tatsächlich gewagt- aber es könnte funktionieren- hat ja auch. Allerdings hatte nicht nur ich noch alte Bilder abgespeichert, so dass man recht schnell abgleichen konnte.
Und wieder die Art und Weise an Menschen heranzugehen, die sich gerade in einer sehr einsamen Phase ihres Lebens befinden. Meiner Meinung nach braucht es hier sehr viel mehr Vorsicht und Aufklärung. Viele Dinge werden in einer solchen Phase des Lebens nicht erkannt ober als gegeben zunächst beiseite geschoben (der vollständige Name wird nicht bekannt gegeben, gegenseitige Besuche werden zwar versprochen aber ständig aus fadenscheinigen Gründen verschoben, Skype-Gespräche sind ohne Bild/Video, Bilder zeigen die Gesichter immer aus Perspektiven, die markante Merkmale verbergen, wie z.B. ein vorstehendes Kinn, Bilder sind mit vielen Filtern bearbeitet etcpp).
Auch dieser Fakeaccount hat wieder mit einer Geschichte auf sich aufmerksam gemacht, die Mitleid hervorruft. Schwere Krankheit, Misshandlung, ständige Krankenhausaufenthalte, Einsamkeit. Und wieder sind *echte* Menschen damit beschäftigt, diesem Menschen helfen zu wollen.
Auch dieses Jahr sind Menschen durch so eine kranke Person emotionale Schäden entstanden. Man mag das belächeln, aber auch emotionale Schäden sind durchaus sehr ernst zu nehmen und können über einen langen Zeitraum hinweg beeinträchtigen. (Ich spreche hier nicht vom kurzen *Liebeskummer*).
Dankbar bin ich dafür, dass ich anscheinend diesen Menschen keine Plattform bieten kann und mich so auch nicht in der Gefahr sehe, in so einen Abgrund zu stürzen.
Wütend macht mich, dass man gegen solche Menschen leider aber auch nicht wirklich viel anrichten kann. Wer Tage, Wochen, Monate und- wie in diesem Fall - sogar Jahre damit verbringt, Menschen, Namen, Bilder und Geschichten zu erfinden um Freundschaften aufzubauen, die auf Lügen basieren und zuzuschauen, wie Menschen zugrunde gehen - der muss aus dem Verkehr gezogen und behandelt werden.
Wieviel lieber sind mir dann die Personen, die aufgrund emotionaler oder sozialer Unfähigkeit anderen vor den Kopf stoßen und Enttäuschung verursachen- die aber REAL sind.
Die Auflösung der neuen Twitteraccounts unserer *Julia* aus dem letzten Jahr überlasse ich derjenigen, die aufmerksam genug war, stutzig zu werden.
Haltet die Augen offen im Netz!
Tatsächlich dachte ich, dass diesem Menschen, der zum (mir bekannten) zweiten Mal durch psychische Spiele und Fakeaccounts versucht, Menschen emotional kaputt zu machen, alle weiteren Möglichkeiten tätig zu werden, verwehrt wurden, da mittlerweile auch von behördlicher Seite gegen sie angegangen wurde.
Weit gefehlt. Eine Anfrage über Twitter, ob "dieser Account" (ich werde ihn zunächst hier nicht nennen- das überlasse ich jemand anderen) wohl ein Fake sein könnte, weckte mich abrupt. So viele Parallelen, so viele Ähnlichkeiten, die Geschichte war fast gleich- nur mit dem Unterschied, dass es hier nicht mehr um eine schwule sondern um eine heterosexuelle Person handelt. Der gravierendste Unterschied aber ist, dass sie dieses Mal sogar eigene Bilder verwendet. Bilder von sich selber versenden und sich als Mann ausgeben ist tatsächlich gewagt- aber es könnte funktionieren- hat ja auch. Allerdings hatte nicht nur ich noch alte Bilder abgespeichert, so dass man recht schnell abgleichen konnte.
Und wieder die Art und Weise an Menschen heranzugehen, die sich gerade in einer sehr einsamen Phase ihres Lebens befinden. Meiner Meinung nach braucht es hier sehr viel mehr Vorsicht und Aufklärung. Viele Dinge werden in einer solchen Phase des Lebens nicht erkannt ober als gegeben zunächst beiseite geschoben (der vollständige Name wird nicht bekannt gegeben, gegenseitige Besuche werden zwar versprochen aber ständig aus fadenscheinigen Gründen verschoben, Skype-Gespräche sind ohne Bild/Video, Bilder zeigen die Gesichter immer aus Perspektiven, die markante Merkmale verbergen, wie z.B. ein vorstehendes Kinn, Bilder sind mit vielen Filtern bearbeitet etcpp).
Auch dieser Fakeaccount hat wieder mit einer Geschichte auf sich aufmerksam gemacht, die Mitleid hervorruft. Schwere Krankheit, Misshandlung, ständige Krankenhausaufenthalte, Einsamkeit. Und wieder sind *echte* Menschen damit beschäftigt, diesem Menschen helfen zu wollen.
Auch dieses Jahr sind Menschen durch so eine kranke Person emotionale Schäden entstanden. Man mag das belächeln, aber auch emotionale Schäden sind durchaus sehr ernst zu nehmen und können über einen langen Zeitraum hinweg beeinträchtigen. (Ich spreche hier nicht vom kurzen *Liebeskummer*).
Dankbar bin ich dafür, dass ich anscheinend diesen Menschen keine Plattform bieten kann und mich so auch nicht in der Gefahr sehe, in so einen Abgrund zu stürzen.
Wütend macht mich, dass man gegen solche Menschen leider aber auch nicht wirklich viel anrichten kann. Wer Tage, Wochen, Monate und- wie in diesem Fall - sogar Jahre damit verbringt, Menschen, Namen, Bilder und Geschichten zu erfinden um Freundschaften aufzubauen, die auf Lügen basieren und zuzuschauen, wie Menschen zugrunde gehen - der muss aus dem Verkehr gezogen und behandelt werden.
Wieviel lieber sind mir dann die Personen, die aufgrund emotionaler oder sozialer Unfähigkeit anderen vor den Kopf stoßen und Enttäuschung verursachen- die aber REAL sind.
Die Auflösung der neuen Twitteraccounts unserer *Julia* aus dem letzten Jahr überlasse ich derjenigen, die aufmerksam genug war, stutzig zu werden.
Haltet die Augen offen im Netz!
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