Montag, 21. März 2011

Danke

„Das ist also keine wahre Freundschaft, daß, wenn der eine die Wahrheit nicht hören will, der andere zum Lügen bereit ist.“ (Cicero)

Tausende Menschen lernt man im Laufe seines Lebens kennen. Viele mag man, einige hat man lieb. Viele kommen und gehen innerhalb kürzester Zeit, einige bleiben Jahre.
Viel erlebt man: Lustiges, trauriges, ergreifendes, ernstes, langweiliges, kurzweiliges. Mal mit dem einen- mal mit dem anderen Freund. Und jeder Freund an sich ist etwas Besonderes.

Für mich habe ich festgestellt, dass ich mir unglaublich schwer tue, mich zu öffnen. Leichter lebt es sich, sich selber wohldosiert preis zu geben, die wunden Punkte nur teilweise zu lüften - sich ansonsten nur soweit zu öffnen, dass kein noch so naher Freund die Möglichkeit hat, die Seele zu erreichen.
Nicht, dass ich darüber nachgedacht hätte- es ist so passiert. Ohne Gedanken, ohne Abwägung von Wenn und Aber- ohne Gedanken darüber, ob man so fähig wäre, Freundschaften zu pflegen. Und ich war - und bin- dazu fähig gewesen.
Freundschaft hatte - bis vor einigen Wochen- für mich eine ganz eigene Definition.

Das erste was ich lernen musste war, dass Freundschaft nicht einseitige Selbstaufgabe bedeutet. "Nein-sagen" konnte ich. Wenn es denn gar nicht mehr ging- ich selber habe -wenn auch in Maßen- auf mich geachtet. Komplikationen ging ich aus dem Weg - Streit war unnötiger Stress und Geduld eine meiner stärksten Tugenden.

Bis Jemand kam, der für mich als Freund so gar nicht in Frage kam. Gedanken wie ich- aber das störte mich immens. Stress ohne Ende, durchgeplant, hektisch, ungeduldig. Genau das richtige Pendant zu einer Freundin, die sich eine solche Freundschaft sehr wohl vorstellen konnte. Gerne. Von mir aus^^

Aber - wie es immer so ist- alles kommt anders. Dieser Mensch schafft es, durch meine Augen in meine Seele zu schauen. Wunde Punkte nicht nur zu berühren sondern sie aufzuwühlen, zu erklären und zu heilen. Längst aufgegebene Vorhaben wieder aufzufrischen und zu erledigen. Ängste zu beseitigen oder sie in Glück umzuwandeln.
Gleichzeitig sich selber zu öffnen, das Innerste zu zeigen und absolut verwundbar vor einem zu stehen. Hilflos und klein. Nach Zuneigung zu fragen und mehr als das Gefragte ungefragt zurück zu geben.

Um dann zu erklären, dass das nicht möglich sei, da man selber Angst davor hätte. Selber Zweifel habe, selber daran arbeite, Nähe zuzulassen.

Diese Art von Nähe- das ist für mich ein Juwel. Einzigartig und Besonders. Eine Partnerschaft oder Familie können dies nicht ersetzen, es ist der Stein, der das restliche Leben zum Leuchten bringt.

"Man erwirbt keine Freunde, man erkennt sie." (Wilhelm Busch)

Ich habe erkannt.

Mittwoch, 9. März 2011

Leben

Ich wollte Kraft um das Leben zu meistern,
mir wurden Schwierigkeiten gegeben, um mich stark zu machen.


Ich bat um Weisheit um das Beste für mich zu erlangen,
mir wurden Probleme gegeben, um sie zu lösen und dadurch Weisheit zu erlangen



Ich bat um Wohlstand für mich,
mir wurde ein Gehirn und Muskelkraft gegeben, um zu arbeiten.



Ich bat um Mut für den Weg,
mir wurden Hindernisse gegeben,um sie zu überwinden.


Ich bat um Liebe für mich,
mir wurden besorgte, unruhige Menschen mit Problemen gegeben, um Ihnen beizustehen.



Ich bat um Entscheidungen für mich,
mir wurden Gelegenheiten gegeben, welche zu treffen.



Ich bekam nicht was ich wollte.

Aber ich bekam alles, was ich brauchte um heraus zu finden, wer ICH bin

Karneval

Geschafft. 6 "tolle" Tage hinter mich gebracht, und nur einmal -ansatzweise- Karneval gefeiert. Alkohol? Fehlanzeige. Fast. Bei einem privaten Essen zwei Gläser Wein, weil ich vergessen habe, dass ich noch Auto fahren muss. Hm- muss am Alter liegen :)
Ansonsten: Gearbeitet. Natürlich für all diejenigen, die feiern wollen. Eine Karnevalsfete: Hingefahren, nach Hause gefahren. Zweite Karnevalsfete: Gar nicht erst hingegangen. Karnevalszüge? Keinen angeschaut- es sei denn, dienstlich. Einen mitgemacht, nach der Hälfte abgebrochen.
Fazit? Keines. Wie jedes Jahr- es war wunderschön- ich hoffe, es dauert noch mindestens ein Jahr bis es wieder anfängt.

Alaaf!

Sonntag, 20. Februar 2011

Freundschaft II

Nun hatte ich bereits geschrieben, was genau ich unter Freundschaft verstehe- und stelle fest, dass diese Liste weder abschließend noch besonders konkret war.

Sicher, die in meinem Blog aufgezählten Punkte sind allesamt richtig und wichtig, aber letztendlich muss auch die Umgebung der Seelen stimmen.

Was nützt mir Vertrauen, wenn man selber nicht in der Lage ist, zu Vertrauen? Wenn man selber nicht traut sondern pessimistisch darauf wartet, dass ein wie auch immer gearteter Faux Pas passiert?

Was nützt es mir, wenn man mich mag und schätzt wenn ich es selber nicht kann und mache? Wenn ich von mir selber nicht überzeugt bin und nicht in der Lage, die guten Seiten an mir selber zu suchen und zu finden?

Was nützt es mir, wenn ich davon ausgehe, dass Freund erkennt, ob ich ein "Nein" oder "Ja" akzeptiere, wenn ich selber nicht weiß, was genau ich will und wo ich mich sehe.

Freundschaft kann nur so gut sein, wie ich selber bereit bin zu geben. Also heisst es zunächst bei sich selber aufzuräumen, bevor man sich vollkommen fallen lassen kann. Nehmen und Geben.
Vertrauen in sich selber schaffen für die Menschen, die das Vertrauen brauchen und schätzen.
Vertrauen in sich selber schaffen für die Menschen, die das Vertrauen verdient haben. Ohne daran zu denken, dass einige wenige Menschen nicht in der Lage sind, sich Freundschaft zu verdienen.

Vor Allem aber sich selber einbringen mit dem, was man vom Gegenüber erwartet. Ein "Zuviel" gibt es dabei nicht. Ein "zu wenig" kann gesteigert werden.

Für mich habe ich gestern erkannt, dass ich noch lange nicht so weit bin. Ausgelernt habe ich bei Weitem nicht, was das Thema Freundschaft angeht- aber ich bin optimistisch, dass ich es im Laufe der nächsten (sieben) Jahre lernen werde :)

Freitag, 11. Februar 2011

Menschen

Es gibt Menschen auf dieser Welt, die ich nicht einordnen kann.

Gedankenlos, nur mit sich selber beschäftigt und nur das eigene Wohlbefinden im Blick ihres eingeschränkten Hirnes.
Gut, dass es solche Menschen gibt, sonst würde ich nicht wissen, dass ich um ein Vielfaches besser bin.
Was mich eher bedrückt ist die Tatsache, dass genau diese Menschen ohne mit der Wimper zu zucken und ohne großartige Anstrengung immer gut durchs Leben kommen. Wie machen die das? Irgendwie macht mich das doch ein wenig neidisch.
Das Problem: Ich kann aus meiner Haut nicht raus und mich genau so benehmen, dass mir meine Umwelt gleichgültig wird. Andererseits.. wenn ich damit doch weiter komme...

So unnütze Überlegungen aber... man möchte doch gerne...
Letztendlich: Auch solche Menschen haben Freunde, da passt der Spruch: Auf jeden Topf passt ein Deckel.

Und ich? Deckellos versuche ich alles richtig zu machen und stoße ständig an Ecken und Kanten. Gut, sie formen mich- aber muss die Anstrengung sein, wenn es auch einfacher geht?

Ich muss da noch einmal ganz ganz tief in mich gehen befürchte ich.
Und.. im Himmel ist es eh langweilig

Mittwoch, 9. Februar 2011

Klein

Leere im Kopf. Ausgelaugt, alle Gedanken gedacht, alle Worte gesprochen, alles gelernt-gelehrt. Aus.
Müde, traurig, ärgerlich, unmotiviert, die Augen kaum offen haltend in der Küche sitzend und darüber nachdenkend, ob man bisher alles richtig gemacht hat.
Gibt es etwas, was man hätte besser machen können- anders eventuell?
Hätte man irgendeine Stimmung ändern können oder gar nicht ändern müssen? Wären Medikamente gut oder sind Medikamente schlecht? Haben wir viel oder wenig geschafft?

Unnötige Gedanken, weil unabänderlich- und trotzdem ist die Welt manchmal so schlecht, dass sie einen Menschen Gedanken schenkt, die er sich selbst in der größten Not nicht gewünscht hätte.

Flüchten können- Die Gedanken am Meer, eingewühlt in den warmen weißen Sand, die Sonne erwärmt nur das Helle in dem Wesen, dass klein, so klein im Selbstmitleid zerfließt.

Die Gedanken fliegen lassen in den Himmel, frei schwebend bis sie zu kleinen Gedankenfetzen zerfallen und sich in der Weite des Horizontes verflüchtigen.

Träume die, niedergeschrieben, noch genau so schön sind.

Ich freue mich auf den Sommer, auf die Fröhlichkeit, gute Laune, Musik, Menschen, Wärme.

Und auf neue Gedanken.

Sonntag, 23. Januar 2011

Karneval

Karneval- Fastelovend. Verrückte Zeit. Erwachsene Menschen verkleiden sich, trinken Alkohol, lachen über flache Witze und schunkeln mit ihren Nachbarn zu Musik, die man nur an den tollen Tagen hören kann.
Niemand möchte zugeben, dass er Spaß an der Geschichte hat, aber die Menschenmassen in den Sitzungen oder beim Straßenkarneval an der Straße sprechen gegen diese Aussagen.
Ich gehöre auch dazu. Karneval? Blöd. Nagut, man geht zu der einen Sitzung weil man da schon immer hingegangen ist.
Die Karten werden schon im November gekauft, die Vorfreude ist.... groß... aber immerhin: Man trifft Menschen, die man nur an diesem einen Tag trifft. Auch mal lustig.

Am Tag des Ereignisses hat man keine Lust. Nie. Ich kenne es gar nicht anders, als dass ich morgens mit halb geschlossenen Augen in der Küche sitze und mir denke, dass ich doch wirklich besseres zu tun hätte, als heute - gerade heute- an jedem anderen Tag gehts ja - aber heute! dort hinzugehen.

Erst Frage: Das Kostüm. Was anziehen? Auf die Vielzahl der Karnevalsläden hätte man ja noch Lust gehabt, wenn nicht die ständige Radiowerbung einem die Lust wegnimmt.
Und mal ehrlich- man wusste schon im November, dass man hingeht- wieso eigentlich sitze ich Samstags früh am Tisch und überlege mir, mich zu stressen und noch in die Stadt zu fahren?
Gut, lassen wir das, nehmen wir das Kostüm vom letzten Jahr.
Weiter im Text: Käsewürfel, Nüsse, Chips. Salzstangen.
Hat man ja immer im Haus... ok- also noch einkaufen gehen. Bedeutet: Wieder vor die Tür. Wieder? Also: Vor die Tür.
13:30 Uhr- neeee keine Lust. Muss aber, also aufraffen, einkaufen gehen. Wie gerne würde ich spazieren gehen, aufs Sofa legen, schlafen, Kaffee trinken... Träumereien sind das.
Trotzdem weiß ich bereits jetzt schon, dass ich spätestens um Mitternacht sagen werde: Es hat sich gelohnt, war witzig, kurzweilig und wie immer ein schöner Abend. Aber: Nächstes Jahr bitte nicht.

Im November dann die Anfrage: "Und, wieviele Karten möchtest du für die Sitzung?"- und wieder werde ich- die Demenz lässt grüßen - Karten bestellen...