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Sonntag, 11. November 2012

Die kleine Raupe III

Erinnert ihr euch? Die kleine Raupe hat sich verpuppt - inmitten des Tränenmeeres über die verlorene Freundin, die traurige Raupe, die zu einem wunderschönen Schmetterling wurde.
Tage später zerbricht die Hülle, die die kleine Raupe fest umschlossen hatte. So fest umschlossen, dass die kleine Raupe nicht mehr imstande war, den Schmerz, der ihr Herz ergriffen hatte, zu spüren.
Nun aber, als die Sonne in ihr Gesicht schien, kam der Schmerz einer Druckwelle gleich in ihren Körper zurück. Aber... da war ein klitzekleines Fünkchen Hoffnung, dass die Freundin auf sie warten möge, vor dem Baum ihre Runden mit den engelsgleichen Flügeln dreht und wartet, bis auch sie ein wunderschöner Schmetterling ist.
Nun ist es soweit, langsam gleiten die Flügel auseinander, langsam- denn noch ist alles sehr neu, sehr brüchig, ungewohnt und groß, so groß.....
Unbeholfen dreht die kleine Raupe ihre ersten Runden über der mit Tautropfen übersäten Blumenwiese. Noch ist alles etwas wackelig, unbeholfen. Runde um Runde wurden die Bewegungen flüssiger, Runde um Runde verstand die kleine Raupe mehr, ihre neuen Werkzeuge zu nutzen. Was sie jedoch nicht vermochte, war, die Trauer abzuschütteln. Sie setzte sich auf eine gerade sich öffnende Blüte und lies den Tränen, die sie so mühevoll heruntergeschluckt hatte, freien Lauf. Nirgends war die hässliche Raupe zu sehen, nirgends konnte sie weiße Flügel im Sonnenschein bewundern, nirgends war die vertraute, wunderschön glockenhelle Stimme der Freundin.
Versunken in den Gedanken an die schönen Tage bemerkte die kleine Raupe - nein, der schöne Schmetterling muss man ja nun sagen- nicht, wie sich die Freunde aus der Raupenzeit um sie versammelten. Auf jeder Blüte blinkte und glitzerte es in blau, grün, rot, gelb, bunt. Alle Farben, die die Schmetterlingswelt hergab in allen möglichen Variationen. Ein Schmetterling aus der Gruppe flog auf die Blüte zu, auf der der schöne Schmetterling saß und sagte:" Sei nicht traurig. Ich weiß, wir alle zusammen werden dir nicht ersetzen, was nicht da ist, aber wir können dir helfen, die Traurigkeit zu mindern. Wir wollen das auch! Aber vergiss eines nicht: Du hast keinen Freund verloren! Du hast ihn im Herzen. Alles. Die Wärme, das Lachen, die Streitereien, die Sonnenstrahlen, die Augen, die Hände, die Worte, alles bleibt bei dir im Herzen wohl aufbewahrt. Vielleicht braucht deine Freundin gerade ein wenig Zeit. Freundschaft ist auch, loszulassen und zu warten. Hab Geduld, wir helfen dir."
Der schöne Schmetterling nickte traurig aber lies sich entführen in die Welt der Lüfte. Ab und an huscht ein Lächeln über das Gesicht, ab und an rollt eine Träne aus dem wunderschönen kleinen Schmetterlingsauge.

Aber immer ist der Gedanke im Herzen: Ich habe dich nicht verloren, ich trage dich bei mir liebste Freundin! Und irgendwann wird der Moment kommen an dem wir uns in den Flügeln liegen werden und gemeinsam lachen. Ich freue mich darauf!

Montag, 8. Oktober 2012

Mein bester Freund

Mein bester Freund,

kennst du noch meinen Küchentisch? An dem sitze ich jetzt. Eine Kerze ist an, sie riecht nach Vanille, unglaublich streng und Ikeamäßig, aber es passt zur Stimmung. Natürlich ist das Radio an und spielt - wie sollte es anders sein- traurige, langsame, einfühlsame und nachdenkliche Lieder. Passend zu einem Sonntagabend im Oktober.
Vor einigen Tagen hast du mir gesagt, dass dir meine Kritik an Deiner Person am Wichtigsten ist. Das war für mich klar, immerhin war mir deine Kritik auch immer wichtig gewesen- so wichtig, dass ich sie mir zu Herzen genommen habe und die Punkte, die ich ändern konnte, geändert habe. (Im Radio läuft Janis Joplin..)
Ich habe dir eine lange Mail geschrieben, Eine Kritikmail- da du sie wolltest. Aber sie kam nie an.
Jetzt schreibe ich den zweiten Teil, der, der mir viel, viel leichter fällt. Dir sagen, wieso du mein bester Freund bist:
Komisch, man spricht ein paar Mal miteinander und stellt fest- man kennt sich. Schon ewig. Gleichzeitig stellt man fest, dass man bereit ist, von dem Anderen zu lernen.
Zunächst hast du versucht, mir Vertrauen beizubringen. Vertrauen, dass ich verloren hatte, dass ich nicht mehr aufbauen wollte. Vertrauen in Menschen. Unmöglich, dachte ich, unmöglich, ich wurde so oft enttäuscht- ich will das nicht mehr. Du hast es geschafft. Es hat 2.5 Jahre gedauert- aber du hast es geschafft. Vor drei Wochen kam es wie in Blitz in mich: Ich vertraue ihm- uneingeschränkt.
Wir haben uns Nähe beigebracht. Beide sind wir Menschen, die Gefühle für sich behalten und mit Masken und gespielter Stärke versuchen, glücklich zu werden. Es hat nicht viel Übung gebraucht für uns. Wir konnten gemeinsam weinen, lachen, ängstlich sein, uns in den Arm nehmen, genießen. Seit einem Jahr - ungefähr - habe ich das Gefühl, bei dir "zu Hause" zu sein.
Wir haben Streiten gelernt. Ich erinnere mich an Situationen, in welchen wir wie zwei trotzige dreijährige Kinder gehandelt haben. Und uns natürlich beide im Recht fühlten. Und selbstverständlich waren. Keine Frage. Mittlerweile können wir konstruktiv streiten. Ähm. Aber oft geht es!!
Wir haben uns Bewegung beigebracht, und den Spaß daran. Nagut, den 10 km - Lauf, den haben wir  nie hinbekommen- aber sei mal ehrlich- wir wollten es auch nie :) ABER wir waren walken, so wie du es im Mai gesagt hast: Bis September halten wir durch. Haben wir. Fast immer. Unsere Munzee-Touren haben so viele Kilometer verschlungen- die wir IMMER ergangen sind. Außer einmal, als wir mit unseren Rollern eine der wenigen aber wunderschönen Touren gemacht haben. Den "Walk The Rhine" haben wir nicht geschafft, aber vorgenommen ist schon fast geschafft!
Wir haben uns Ruhe und Entspannung beigebracht. Im Urlaub, auf dem Sofa, (With a little help from my friends - Joe Cocker) am See, im Hof, auf dem Balkon. Nachmittage und Abende, an denen jeder für sich am Pc, am Laptop, am Iphone oder am Ipad saß oder man sich einfach angeschwiegen hat. Man musste nicht sprechen um sich wohl zu fühlen. Man musste nur "Sein." Wir sind über die Wochenenden weggefahren und haben uns schlechtes Wetter gewünscht, damit wir im Bett liegen und faul sein können- DAS konnten wir bestens!
Wir haben uns Kochen beigebracht. (Just an Illusion). Deine Salate sind die geilsten, die ich je gegessen habe. Unsere Kreationen im Wok waren immer mit anderen Zutaten- immer improvisiert- aber immer absolut gleich geil. Kochbücher waren notwendig um zu wissen, auf was wir Hunger haben, aber Rezepte sind veränderbar, das Ergebnis damit meist leckerer als die Bilder im Buch.
Wir sind zu den Top-Trash-TV Experten geworden. Nicht nur, wir waren uns einig, dass wir die beste Jury bei DSDS. Supertalent und Popstars sind. Dass wir "Wer wird Millionär" immer gewinnen würden und dass Frauentausch die schlechteste Sendung ever ist. Ach und die süßen bei Bauer sucht Frau.... Pfillipp und Pfeit. die Pferdebauern, was hast du sie geliebt und ich sie furchtbar gefunden ;)
Ungeliebte aber notwendige Feierlichkeiten haben wir gemeinsam überstanden.
Gelästert haben wir. Über alles was uns einfiel. Tränen haben wir gelacht, so sehr, dass uns der Bauch weh tat. Die Bilder davon sprechen Bände. 
Unzählige Gespräche haben wir geführt, in welchen wir uns gegenseitig stärkten, aufräumten und Mut machten. Damit wir später, wenn auch deine Krankheit es zulässt, ein freundschaftliches Leben miteinander führen können, jeder für sich aber immer im Wissen- da ist mein bester Freund, den ich nie hängen lassen werde. Für den ich immer da sein werde. Immer. Immer im Wissen, dass man nach Hause kommen darf.
Ach, deine Krankheit. Ja, sie ist da. Aber wir haben gekämpft. Über Jahre gekämpft, damit ich nie nie nie an deinem Grab stehen muss um Abschied zu nehmen.
Abschied zu nehmen so wie jetzt.
Nein, das JETZT ist schlimmer. Es ist das Ende. Man sagt, dass das Ende gut ist- und wenn es nicht gut ist, dann ist es kein Ende. Aber jede Regel hat eine Ausnahme. Leider.
Fliegen lerne ich nun ohne meinen besten Freund.
Nach Hamburg komme ich wohl nie.
Ballonfahren... das wollte ich sowieso nie.
SEIN kann ich alleine. Muss ich ja.

Das letzte, das du mir beigebracht hast, war das schmerzvollste: Du hast es dir offengelassen, ob wir Freunde sind. Du kannst nicht zwei Freunde nebeneinander haben. Oh- doch. Gestern, an meinem Geburtstag, hast du mir gesagt, dass du es wohl "musst". Nein, man muss nichts im Leben. Ich wollte sprechen, dachte, ich hätte es verdient, von Angesicht zu Angesicht mit dir über dieses Ende zu reden. Deine Möglichkeit war sehr angenehm für mich: "Du wollest mich sehen? Wir treffen uns mit Bruder, Schwägerin und Vater beim Brunch". Danke! Danke für die Möglichkeit, mit dir darüber zu sprechen. Ich habe sie wohl verpasst, den genutzt habe ich dein Angebot nicht. Deine Antwort auf die Frage, wie es denn nun mit uns wäre war: "Läuft". Das kleine Wörtchen "weg" hast du sicherlich mit Absicht weggelassen.

Mein größter Freundschaftsdienst kann eigentlich nur einer sein: Ich gebe ein Stück meines Herzens auf und hoffe, dass du das, was ich dir mitgebe, tausendfach weitergibst: Liebe, Wärme, Respekt, Wertschätzung und Ehrlichkeit. Keine Floskeln.

Erinnerst du dich? Trotzig wie eine Dreijährige? Und nicht nur das, sondern auch gefühlvoll wie ein Baby: Ich kann es nicht ertragen, dich auf Twitter zu lesen.Mein wundes Herz muss heilen.
Ich kann es nicht ertragen, keine WhatsApp zu bekommen. Mein wundes Herz muss heilen.

Ich danke Dir für die Freundschaft, die ich empfinden durfte. Für all die schönen Stunden, die ich hatte, für alles echte Lachen, das ich in mir spürte.

Du warst mein bester Freund. Du warst ein Stück meines Herzens, ein Stück von mir. Ein Juwel in rot.

Ich habe mein Versprechen nicht gehalten, immer für dich da zu sein. Ich hätte es gerne!

Für deine Zukunft wünsche ich Dir, dass du Menschen wie mich kennen und schätzen lernst. Du hast mir geschrieben: "Ich bin stolz auf Dich. Denn so jemanden wie Dich hat nicht jeder. Ich kann mit dir angeben, wenn ich will :)"
Wenn du noch so jemanden findest, dann GIB AN. Schenk all das zurück was du bekommst und kämpfe. Das sind die Lichtblicke des Lebens, die man halten und pflegen sollte. Um die man kämpfen muss.

Ich habe gekämpft- du hast gewonnen. Alles Gute. Ich hab dich lieb. Viel.

Samstag, 15. September 2012

Die kleine Raupe II

Erinnert ihr euch an die kleine Raupe? Die Raupe, die ihrer Freundin geholfen hat, das Leben zu lieben?
Sie wachte auf. Die glitzernden, in allen Farben schillernden Flügel der Freundin, die sie warm hielten und ihr so viel versprachen- sie waren weg.
Verdutzt blickte sich die Raupe um. Das konnte doch nicht... nein. Nein. NEIN.

Es war ein Traum. Keine Wirklichkeit. Wunschdenken.
Ja, sie hatte sich tatsächlich gewünscht, dass sie der hässlichen Raupe Freundschaft näher gebracht hatte. Ihr gezeigt hatte, wie schön das ist, wie wichtig das ist, wie hilfreich das ist, wie besonders das ist.
In einem Gespräch hatte die kleine Raupe der traurigen Raupe erzählt, dass die Traurigkeit, die Einsamkeit, die Unfähigkeit, das Leben schön zu finden - alles alles ALLES unwichtig ist wenn ein Freund im Hintergrund steht, der immer da ist. Die kleine Raupe hat die Freundin mit einem Juwel verglichen: Einzigartig, wunderschön, Rot. Ja, der Juwel war rot, denn rot ist eine wunderschöne, tiefe, harmonische ins Herz gehende Farbe. Nun ist die Freundin ein roter Schmetterling geworden- Rot - in alle Farbvariationen übergehend.
Da blitzte am Himmel plötzlich ein durchdringender roter Schein auf.... ob das... JA sie war es: Die Freundin flog mit eleganten Bewegungen um sie herum, lächelte, winkte ihr kurz zu, rief ein "Ich hab dich lieeeeeb" in ihre Richtung und verschwand mit fröhlich schwingenden Flügeln wieder am weiten Horizont. Die kleine Raupe wartet hoffnungsvoll- sie würde zurückkommen. Sie würde mit ihr warten, bis sie ein ebenso schöner- vielleicht blauer- Schmetterling werden würde.
So verging der Tag, ohne dass noch einmal der Himmel mit roten Blitzen durchzogen wurde. Auch in der Nacht schlief die Raupe nicht, denn sie wollte die Ankunft der Freundin nicht verpassen.
Am  nächsten Tag war der Blick der kleinen Raupe bereits verschwommen. Immer wieder dachte sie, die Freundin zu sehen, aber immer wieder war es etwas anderes. Ein rotes Herbstblatt, ein Schimmer der Sonne, eine rote ... Ja, eine rote Tüte? Mitten im Wald... das mag die kleine Raupe nicht. Aber nicht einmal sah sie die wunderschönen Flügel der Freundin.
Am Abend, als sich die Sonne bereits hinter dem Horizont schlafen gelegt hatte, glaubte die kleine Raupe, es verstanden zu haben: Sie war selber Schuld. Hatte sie nicht selber erzählt, wie schön die Welt war? Hatte sie nicht selber erzählt, dass die traurige Raupe nicht für andere sondern nur für sich selber da sein sollte? Hatte sie nicht selber erzählt, dass sie immer da sein würde für die traurige Raupe, auch weit weit im Hintergrund? Hatte sie nicht dem wunderschönen Schmetterling selber den Ratschlag gegeben, frei zu sein und egoistisch zu denken? Immer im Hintergrund die kleine Raupe, die ihr Herz offen hat für die Freundin?
Das mit der Freundschaft ging unter. Zu sehr. Da hat die kleine Raupe wohl einen großen Fehler begangen. Nicht zum ersten Mal, und wohl auch nicht zum letzten Mal.
Traurig weinte die kleine Raupe sich in den so dringend benötigten Schlaf. Träne um Träne lief an ihrem hässlichen Körper herunter, Träne um Träne wurde zu einem hauchdünnen Seidenfaden. Während die kleine Raupe sich immer weiter in ihr einsames Schicksal verwebte, verschwand sie in einer braunen, festen, unansehnlichen Hülle. Die Tränen liefen weiter aber die kleine Raupe bemerkte es nicht mehr. Sie schlief... und träumte den Traum der letzten Geschichte weiter.

Das Ende wird gut. Und weil es nicht gut ist, war es noch nicht das Ende.

Montag, 21. März 2011

Danke

„Das ist also keine wahre Freundschaft, daß, wenn der eine die Wahrheit nicht hören will, der andere zum Lügen bereit ist.“ (Cicero)

Tausende Menschen lernt man im Laufe seines Lebens kennen. Viele mag man, einige hat man lieb. Viele kommen und gehen innerhalb kürzester Zeit, einige bleiben Jahre.
Viel erlebt man: Lustiges, trauriges, ergreifendes, ernstes, langweiliges, kurzweiliges. Mal mit dem einen- mal mit dem anderen Freund. Und jeder Freund an sich ist etwas Besonderes.

Für mich habe ich festgestellt, dass ich mir unglaublich schwer tue, mich zu öffnen. Leichter lebt es sich, sich selber wohldosiert preis zu geben, die wunden Punkte nur teilweise zu lüften - sich ansonsten nur soweit zu öffnen, dass kein noch so naher Freund die Möglichkeit hat, die Seele zu erreichen.
Nicht, dass ich darüber nachgedacht hätte- es ist so passiert. Ohne Gedanken, ohne Abwägung von Wenn und Aber- ohne Gedanken darüber, ob man so fähig wäre, Freundschaften zu pflegen. Und ich war - und bin- dazu fähig gewesen.
Freundschaft hatte - bis vor einigen Wochen- für mich eine ganz eigene Definition.

Das erste was ich lernen musste war, dass Freundschaft nicht einseitige Selbstaufgabe bedeutet. "Nein-sagen" konnte ich. Wenn es denn gar nicht mehr ging- ich selber habe -wenn auch in Maßen- auf mich geachtet. Komplikationen ging ich aus dem Weg - Streit war unnötiger Stress und Geduld eine meiner stärksten Tugenden.

Bis Jemand kam, der für mich als Freund so gar nicht in Frage kam. Gedanken wie ich- aber das störte mich immens. Stress ohne Ende, durchgeplant, hektisch, ungeduldig. Genau das richtige Pendant zu einer Freundin, die sich eine solche Freundschaft sehr wohl vorstellen konnte. Gerne. Von mir aus^^

Aber - wie es immer so ist- alles kommt anders. Dieser Mensch schafft es, durch meine Augen in meine Seele zu schauen. Wunde Punkte nicht nur zu berühren sondern sie aufzuwühlen, zu erklären und zu heilen. Längst aufgegebene Vorhaben wieder aufzufrischen und zu erledigen. Ängste zu beseitigen oder sie in Glück umzuwandeln.
Gleichzeitig sich selber zu öffnen, das Innerste zu zeigen und absolut verwundbar vor einem zu stehen. Hilflos und klein. Nach Zuneigung zu fragen und mehr als das Gefragte ungefragt zurück zu geben.

Um dann zu erklären, dass das nicht möglich sei, da man selber Angst davor hätte. Selber Zweifel habe, selber daran arbeite, Nähe zuzulassen.

Diese Art von Nähe- das ist für mich ein Juwel. Einzigartig und Besonders. Eine Partnerschaft oder Familie können dies nicht ersetzen, es ist der Stein, der das restliche Leben zum Leuchten bringt.

"Man erwirbt keine Freunde, man erkennt sie." (Wilhelm Busch)

Ich habe erkannt.

Sonntag, 20. Februar 2011

Freundschaft II

Nun hatte ich bereits geschrieben, was genau ich unter Freundschaft verstehe- und stelle fest, dass diese Liste weder abschließend noch besonders konkret war.

Sicher, die in meinem Blog aufgezählten Punkte sind allesamt richtig und wichtig, aber letztendlich muss auch die Umgebung der Seelen stimmen.

Was nützt mir Vertrauen, wenn man selber nicht in der Lage ist, zu Vertrauen? Wenn man selber nicht traut sondern pessimistisch darauf wartet, dass ein wie auch immer gearteter Faux Pas passiert?

Was nützt es mir, wenn man mich mag und schätzt wenn ich es selber nicht kann und mache? Wenn ich von mir selber nicht überzeugt bin und nicht in der Lage, die guten Seiten an mir selber zu suchen und zu finden?

Was nützt es mir, wenn ich davon ausgehe, dass Freund erkennt, ob ich ein "Nein" oder "Ja" akzeptiere, wenn ich selber nicht weiß, was genau ich will und wo ich mich sehe.

Freundschaft kann nur so gut sein, wie ich selber bereit bin zu geben. Also heisst es zunächst bei sich selber aufzuräumen, bevor man sich vollkommen fallen lassen kann. Nehmen und Geben.
Vertrauen in sich selber schaffen für die Menschen, die das Vertrauen brauchen und schätzen.
Vertrauen in sich selber schaffen für die Menschen, die das Vertrauen verdient haben. Ohne daran zu denken, dass einige wenige Menschen nicht in der Lage sind, sich Freundschaft zu verdienen.

Vor Allem aber sich selber einbringen mit dem, was man vom Gegenüber erwartet. Ein "Zuviel" gibt es dabei nicht. Ein "zu wenig" kann gesteigert werden.

Für mich habe ich gestern erkannt, dass ich noch lange nicht so weit bin. Ausgelernt habe ich bei Weitem nicht, was das Thema Freundschaft angeht- aber ich bin optimistisch, dass ich es im Laufe der nächsten (sieben) Jahre lernen werde :)

Samstag, 11. Dezember 2010

Spiegel meiner Selbst

Manchmal gibt es Situationen im Leben, in welche man hineinschlittert ohne vorher auch nur ansatzweise gewarnt worden zu sein.
Gewarnt? Ach, unsinn. Man ist drin- und merkt es erst sehr sehr viel später.
Angefangen mit der Überlegung, dass es Menschen gibt, die einem selber so ähnlich sind. Unglaublich ähnlich. Gleiche- ähnliche Gedanken, Gefühle, Interessen, Humor...
Und plötzlich wird der Mensch krank- und man findet sich selber- seine Ängste- wieder. Demnach... nicht hineingeschlittert.
Wie geht man damit um? Freude zeigen, dass es einem selber nicht getroffen hat? Ängstlich sich zurückziehen, weil es einen selber treffen kann? Oder einfach treiben lassen und da sein?

Ich glaube, ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Ich möchte den Menschen, der mein Spiegel ist, sehen, wie er glücklich, zufrieden und neu wieder da ist- so, wie ich es bin. Um dann die Freundschaft genießen zu können.
Ich möchte mich selber kennen lernen durch die Freundschaft und ebenso glücklich und zufrieden weitermachen können wie ich es nun gelernt habe.

Das ist mein Ziel 2011