Auto fahre ich für mein Leben gerne. Nicht dieses "zum Dienst fahren" oder "einkaufen fahren" sondern fahren. Mit oder ohne Ziel- aber länger fahren. Die Landschaft sehen, Musik hören, manchmal einfach ruhiger werden. Nicht rasen- nicht schleichen- fahren.
Oftmals sortieren sich meine Gedanken dabei von selber. Ich werde mutiger, Dinge anzugreifen, verstehe gesagte Worte besser oder überlege mir Strategien für mein weiteres Handeln.
Mir ist auch schon passiert, dass ich mit meinem "sortieren" auf dem falschen Weg landete- aber das ist dann ein Grund für eine weitere Fahrt.
Andere Autofahrer beobachten- auch manchmal ein recht unterhaltsamer Zeitvertreib. Geht allerdings am besten an roten Ampeln- und die mag ich nicht :)
Musik- mitsingen (falsch und schief...) und die Fenster offen. Für mich gibt es kaum Schöneres. Da vergesse ich sogar manchmal, dass ich einen Mitfahrer habe.
Sonntag, 19. Juli 2015
Montag, 6. Juli 2015
Sechs Jahre bin ich nun dabei. Mehr oder weniger.
Angefangen hat es, als aus dem Bundestag Ergebnisse getwittert wurden die noch gar nicht öffentlich sein sollten. Radio Bonn-Rhein-Sieg - und dort der Morgenmoderator Frank Wallitzek- hatten darüber berichtet und Twitter erklärt. Neues mache ich immer gerne mit, also habe ich mich angemeldet- und fand es doof. Doof, langweilig, irgendwie... wie ein Chat - und das mag ich ja gar nicht so gerne. Also anmelden, mitlesen, doof finden. Das war es zunächst.
Ein halbes Jahr später lud Frank Wallitzek zum ersten Twittertreffen in die Rohmühle nach Bonn- gleichzeitig sein Geburtstag: 15.11.2009. Lange habe ich mit mir gehadert, ob ich dort hingehen möchte- für mich ist ein Treffen mit mir vollkommen fremden Personen gar nichts. Alternative: Jemanden mitnehmen, den ich kenne. Gemacht getan- ich bin zu diesem Treffen gegangen und habe wirklich liebe, nette Menschen kennen gelernt. Mit den meisten von diesen Menschen habe ich noch Kontakt- nicht mehr unbedingt über Twitter- aber noch persönlich. Es war ein sehr kleines Treffen, einige der Twitterer damals twittern gar nicht mehr, einige habe ich direkt nach dem Treffen verloren.
Einer der dort Anwesenden ist mittlerweile verheiratet- mit mir als Trauzeugin- und immer noch sehr gute und enge Freunde von mir. (Der eine Part der Twitterehe twitterte damals noch nicht bzw war damals als potentieller Ehepartner noch gar nicht bekannt).
Der Morgenmoderator ist immer noch Morgenmoderator- lustig und gut gelaunt wie eh und je - nur ein wenig bekannter nun.
Das sollte für mich auch das einzige Twittertreffen bleiben- ich bin und werde nie für solche Treffen geeignet sein, da meine persönliche Feigheit genau darin besteht, fremde Menschen kennen zu lernen (Ja genau- da beisst sich die Katze in den Schwanz)
Nach diesem Treffen habe ich Twitter neu für mich entdeckt und festgestellt, dass man Informationen jedweder Art viel schneller und effektiver (aber nicht unbedingt glaubwürdiger) über dieses Medium erhalten kann. Es tröpfelte so vor sich hin- ich habe immer mehr Follower erhalten, mich von denen verabschiedet, die Twitter als reinen Chat betrachtet haben und immer öfter auch selber vom Wissen der Twitterer profitiert. Gerne erinnere ich mich daran, dass ich im Dienst den Wert einer Pflegefachkraft im Nachtdienst berechnen musste. Ich twitterte, dass ich gerne die Gehälter der Nachtdienstler in meiner TL erfahren würde, dass bitte auch andere angeschrieben werden sollten- und hatte letztendlich ein sehr breitgefächertes, gutes Ergebnis. Alleine hätte ich da so nie hinbekommen.
Twitter ist für mich mittlerweile eine kleine virtuelle Familie geworden. Nicht alles ist virtuell- eine kleine Gemeinschaft persönlich bekannter Menschen hat sich dazugesellt - eine kleine Handvoll Twitterer, die ich alleine kennen gelernt habe, ebenso. Rasibo zum Beispiel- Teilnehmer der Twbonn im Jahr 2013, den ich dort als angenehmen Gesprächspartner erleben durfte- und dessen Freundin ich in Karlsruhe in einem Biergarten traf- ein sehr, sehr schöner Abend.
Twitter hat auch nicht so schöne Seiten gehabt. Einen Twitterer lernte ich kennen und bekam mit, wie er immer tiefer depressiv wurde. Eine schwere Zeit, die mir immer noch nachhängt.
Grundsätzlich fällt es mir schwer, mich zu zeigen, mich zu treffen- aber zu twittern- das geht. Es macht sogar Spaß- und ICH bestimme, was ich von mir preis gebe und was nicht so ganz der Wahrheit entspricht. Das ist gut so, das kommt mir entgegen.
Die Follower sind mir allesamt wichtig- wer mir nicht passt, ist weg. Auf diesem Weg habe ich schon einige, nicht viele, geblockt.
Blocken steht mir nicht. Ich verabscheue ignorieren. Deshalb geschieht dies wirklich nur bei Followern, bei denen ich das Gefühl gewinne, sie stalken mich. Bisher sind es- so glaube ich- zwei oder drei.
Einen Follower habe ich, den ich persönlich kenne, der mich allerdings maßlos enttäuscht hat. Trotzdem bleibt der Weg über Twitter offen, mich wieder anzusprechen- deshalb kann ich nicht blocken. Aber es bleibt das Gefühl, dass diese Seite an mir einfach zu gut ist. Zu naiv gut.
Es gehört zu mir mittlerweile Ihr lieben Follower, es gibt Tage, da bin ich froh, in eure teilweise *normalen* Welten eintreten zu können. Es gibt Tage, an denen bin ich froh, eure *verrückten* Welten kennen zu lernen und es gibt mittlerweile tatsächlich Tage, an denen ich auch Konversationen über Twitter gerne verfolge und mich auch gerne beteilige.
Danke, dass es euch gibt, danke an die, die mir besonders an Herz gewachsen sind und danke auch an Dich, dass du mir immer noch folgst.
Angefangen hat es, als aus dem Bundestag Ergebnisse getwittert wurden die noch gar nicht öffentlich sein sollten. Radio Bonn-Rhein-Sieg - und dort der Morgenmoderator Frank Wallitzek- hatten darüber berichtet und Twitter erklärt. Neues mache ich immer gerne mit, also habe ich mich angemeldet- und fand es doof. Doof, langweilig, irgendwie... wie ein Chat - und das mag ich ja gar nicht so gerne. Also anmelden, mitlesen, doof finden. Das war es zunächst.
Ein halbes Jahr später lud Frank Wallitzek zum ersten Twittertreffen in die Rohmühle nach Bonn- gleichzeitig sein Geburtstag: 15.11.2009. Lange habe ich mit mir gehadert, ob ich dort hingehen möchte- für mich ist ein Treffen mit mir vollkommen fremden Personen gar nichts. Alternative: Jemanden mitnehmen, den ich kenne. Gemacht getan- ich bin zu diesem Treffen gegangen und habe wirklich liebe, nette Menschen kennen gelernt. Mit den meisten von diesen Menschen habe ich noch Kontakt- nicht mehr unbedingt über Twitter- aber noch persönlich. Es war ein sehr kleines Treffen, einige der Twitterer damals twittern gar nicht mehr, einige habe ich direkt nach dem Treffen verloren.
Einer der dort Anwesenden ist mittlerweile verheiratet- mit mir als Trauzeugin- und immer noch sehr gute und enge Freunde von mir. (Der eine Part der Twitterehe twitterte damals noch nicht bzw war damals als potentieller Ehepartner noch gar nicht bekannt).
Der Morgenmoderator ist immer noch Morgenmoderator- lustig und gut gelaunt wie eh und je - nur ein wenig bekannter nun.
Das sollte für mich auch das einzige Twittertreffen bleiben- ich bin und werde nie für solche Treffen geeignet sein, da meine persönliche Feigheit genau darin besteht, fremde Menschen kennen zu lernen (Ja genau- da beisst sich die Katze in den Schwanz)
Nach diesem Treffen habe ich Twitter neu für mich entdeckt und festgestellt, dass man Informationen jedweder Art viel schneller und effektiver (aber nicht unbedingt glaubwürdiger) über dieses Medium erhalten kann. Es tröpfelte so vor sich hin- ich habe immer mehr Follower erhalten, mich von denen verabschiedet, die Twitter als reinen Chat betrachtet haben und immer öfter auch selber vom Wissen der Twitterer profitiert. Gerne erinnere ich mich daran, dass ich im Dienst den Wert einer Pflegefachkraft im Nachtdienst berechnen musste. Ich twitterte, dass ich gerne die Gehälter der Nachtdienstler in meiner TL erfahren würde, dass bitte auch andere angeschrieben werden sollten- und hatte letztendlich ein sehr breitgefächertes, gutes Ergebnis. Alleine hätte ich da so nie hinbekommen.
Twitter ist für mich mittlerweile eine kleine virtuelle Familie geworden. Nicht alles ist virtuell- eine kleine Gemeinschaft persönlich bekannter Menschen hat sich dazugesellt - eine kleine Handvoll Twitterer, die ich alleine kennen gelernt habe, ebenso. Rasibo zum Beispiel- Teilnehmer der Twbonn im Jahr 2013, den ich dort als angenehmen Gesprächspartner erleben durfte- und dessen Freundin ich in Karlsruhe in einem Biergarten traf- ein sehr, sehr schöner Abend.
Twitter hat auch nicht so schöne Seiten gehabt. Einen Twitterer lernte ich kennen und bekam mit, wie er immer tiefer depressiv wurde. Eine schwere Zeit, die mir immer noch nachhängt.
Grundsätzlich fällt es mir schwer, mich zu zeigen, mich zu treffen- aber zu twittern- das geht. Es macht sogar Spaß- und ICH bestimme, was ich von mir preis gebe und was nicht so ganz der Wahrheit entspricht. Das ist gut so, das kommt mir entgegen.
Die Follower sind mir allesamt wichtig- wer mir nicht passt, ist weg. Auf diesem Weg habe ich schon einige, nicht viele, geblockt.
Blocken steht mir nicht. Ich verabscheue ignorieren. Deshalb geschieht dies wirklich nur bei Followern, bei denen ich das Gefühl gewinne, sie stalken mich. Bisher sind es- so glaube ich- zwei oder drei.
Einen Follower habe ich, den ich persönlich kenne, der mich allerdings maßlos enttäuscht hat. Trotzdem bleibt der Weg über Twitter offen, mich wieder anzusprechen- deshalb kann ich nicht blocken. Aber es bleibt das Gefühl, dass diese Seite an mir einfach zu gut ist. Zu naiv gut.
Es gehört zu mir mittlerweile Ihr lieben Follower, es gibt Tage, da bin ich froh, in eure teilweise *normalen* Welten eintreten zu können. Es gibt Tage, an denen bin ich froh, eure *verrückten* Welten kennen zu lernen und es gibt mittlerweile tatsächlich Tage, an denen ich auch Konversationen über Twitter gerne verfolge und mich auch gerne beteilige.
Danke, dass es euch gibt, danke an die, die mir besonders an Herz gewachsen sind und danke auch an Dich, dass du mir immer noch folgst.
Sonntag, 21. Juni 2015
Lob
Lob sollte sparsam verwendet werden. So habe ich es gelernt. Komplimente sollten ehrlich sein. Auch das wurde mir so beigebracht. Komplimente sollten nicht aus der Not heraus geboren werden, sonst hält man lieber den Mund.
All das wurde mir beigebracht.
Komplimente für ein schönes Kleid/Rock/Bluse/Hose etc. - für die Haare, den Schmuck oder sonstige Äußerlichkeiten sind mittlerweile Alltag, Mehr oder weniger. Man hört sie zu oft.
Seltener, viel seltener kam - mir gegenüber- das Kompliment, dass ich toll wäre. Aber auch das habe ich nicht allzu ernst genommen- denn meistens war es eher ein "Danke, dass du geholfen hast". Als Danke habe ich es auch akzeptiert, alles andere wäre vermessen gewesen anzunehmen.
Letztes Wochenende war ein sehr langes, sehr anstrengendes und sehr schönes Wochenende. Mit viel, viel, viel Familie und viel, viel fremden Menschen. Mit feiern, lange aushalten, viel stehen, viel essen, viel reden. Reden. Reden. So gar nicht meines. Am liebsten würde ich mich ab und an einfach in eine ruhige Ecke verkriechen um ein paar Minuten (Stunden) für mich zu sein. Ging nicht.
Was soll´s- es ist geschafft.
Was mich allerdings so ganz aus der Bahn warf, war ein Lob, mit dem ich nicht gerechnet habe. (Wobei- rechnet man überhaupt jemals mit einem Lob?)
Aus der eigenen Familie wurde ich angesprochen. Wie mein Leben bisher verlief. Was ich geschafft habe. Beruflich. Privat. Wie ich die ganzen Tiefschläge verarbeitet habe. Viele, viele Komplimente, viel Lob, welches mir die Tränen in die Augen trieben. Aber das Schönste, was gesagt wurde, war kein Kompliment. Das Schönste war der Schluss: "Und all das hast du gemacht und nicht gejammert. All das hast du geschafft, ohne dass du geredet hast. Wir sind alle so stolz auf dich".
Gewusst habe ich es immer. Aber so gesagt zu bekommen, dass man nie alleine war, das war etwas Besonderes für mich.
Ich bin mir sehr sicher, dass ebenso gesehen wurde, was ich NICHT gemacht habe. Was ich NICHT geschafft habe. Wo ich versagt habe - und das macht weitaus mehr in meinem Leben aus.
Trotzdem bin ich nun ebenso ein klein wenig stolz auf mich.
Manches macht man richtig.
All das wurde mir beigebracht.
Komplimente für ein schönes Kleid/Rock/Bluse/Hose etc. - für die Haare, den Schmuck oder sonstige Äußerlichkeiten sind mittlerweile Alltag, Mehr oder weniger. Man hört sie zu oft.
Seltener, viel seltener kam - mir gegenüber- das Kompliment, dass ich toll wäre. Aber auch das habe ich nicht allzu ernst genommen- denn meistens war es eher ein "Danke, dass du geholfen hast". Als Danke habe ich es auch akzeptiert, alles andere wäre vermessen gewesen anzunehmen.
Letztes Wochenende war ein sehr langes, sehr anstrengendes und sehr schönes Wochenende. Mit viel, viel, viel Familie und viel, viel fremden Menschen. Mit feiern, lange aushalten, viel stehen, viel essen, viel reden. Reden. Reden. So gar nicht meines. Am liebsten würde ich mich ab und an einfach in eine ruhige Ecke verkriechen um ein paar Minuten (Stunden) für mich zu sein. Ging nicht.
Was soll´s- es ist geschafft.
Was mich allerdings so ganz aus der Bahn warf, war ein Lob, mit dem ich nicht gerechnet habe. (Wobei- rechnet man überhaupt jemals mit einem Lob?)
Aus der eigenen Familie wurde ich angesprochen. Wie mein Leben bisher verlief. Was ich geschafft habe. Beruflich. Privat. Wie ich die ganzen Tiefschläge verarbeitet habe. Viele, viele Komplimente, viel Lob, welches mir die Tränen in die Augen trieben. Aber das Schönste, was gesagt wurde, war kein Kompliment. Das Schönste war der Schluss: "Und all das hast du gemacht und nicht gejammert. All das hast du geschafft, ohne dass du geredet hast. Wir sind alle so stolz auf dich".
Gewusst habe ich es immer. Aber so gesagt zu bekommen, dass man nie alleine war, das war etwas Besonderes für mich.
Ich bin mir sehr sicher, dass ebenso gesehen wurde, was ich NICHT gemacht habe. Was ich NICHT geschafft habe. Wo ich versagt habe - und das macht weitaus mehr in meinem Leben aus.
Trotzdem bin ich nun ebenso ein klein wenig stolz auf mich.
Manches macht man richtig.
Samstag, 30. Mai 2015
Seminare
Ach wie ich sie liebe- diese Seminare, die einem Atemtechnik und Selbstbewusstsein in 2 Stunden beibringen sollen.
Bis vorgestern. Da bin ich - gezwungenermaßen- Teilnehmerin eines solchen Seminars gewesen. Dienstlich. Selbstverständlich.
Was ich gelernt habe? Alles, was ich schon wusste- aber ich konnte es nun erklären- und habe mich zum Teil tatsächlich selber gefunden. Gelacht habe ich - Tränen,
Angefangen bei der Atemtechnik: Mir ist durchaus bewusst, dass Säuglinge stundenlang schreien können, aber dass sie nie heiser werden- das wusste ich irgendwie nicht. Jetzt weiß ich es. Und auch, wie es geht. Mit meiner Grundstimme. Der Vorschlag des Seminarleiters: "Suchen Sie sich in der Kneipe den langweiligsten Typen, fragen Sie ihn nach seiner Lebensgeschichte. Alles, was Sie machen müssen ist, Mhm zu sagen. Immer weiter. Irgendwann sind Ihre Stimmbänder so entspannt, dass das Mhm in Ihrer Grundstimme kommt." Also übe ich nun "mhm"...
Der Hochstatus: Im Hochstatus befindet sich- kurz gesagt: Der Gewinner. Die Nummer Eins. Der, der nicht ausweicht auf dem Bürgersteig sondern alle Entgegenkommenden dazu zwingt, auf die Straße zu gehen. Glaubt mir, ICH weiche nie mehr aus! Vielleicht. Manchmal ist der Tief-Status auch nicht ganz so unangebracht: Im Privatleben zum Beispiel....
Die Körpersprache. Beine hüftbreit. Wir Frauen neigen dazu, die Fußspitzen ein wenig nach innen zu nehmen- so kippen wir mit unserer Hüfte nach vorne und neigen den Kopf. Das heißt? Genau- Kehle frei- ich bin unsicher, ich bin ungeschützt - ich bin ungefährlich. Im Job doof.
Eineinhalb Stunden lachen und lernen- ich würde dieses Seminar sofort wieder besuchen! Danke!
Bis vorgestern. Da bin ich - gezwungenermaßen- Teilnehmerin eines solchen Seminars gewesen. Dienstlich. Selbstverständlich.
Was ich gelernt habe? Alles, was ich schon wusste- aber ich konnte es nun erklären- und habe mich zum Teil tatsächlich selber gefunden. Gelacht habe ich - Tränen,
Angefangen bei der Atemtechnik: Mir ist durchaus bewusst, dass Säuglinge stundenlang schreien können, aber dass sie nie heiser werden- das wusste ich irgendwie nicht. Jetzt weiß ich es. Und auch, wie es geht. Mit meiner Grundstimme. Der Vorschlag des Seminarleiters: "Suchen Sie sich in der Kneipe den langweiligsten Typen, fragen Sie ihn nach seiner Lebensgeschichte. Alles, was Sie machen müssen ist, Mhm zu sagen. Immer weiter. Irgendwann sind Ihre Stimmbänder so entspannt, dass das Mhm in Ihrer Grundstimme kommt." Also übe ich nun "mhm"...
Der Hochstatus: Im Hochstatus befindet sich- kurz gesagt: Der Gewinner. Die Nummer Eins. Der, der nicht ausweicht auf dem Bürgersteig sondern alle Entgegenkommenden dazu zwingt, auf die Straße zu gehen. Glaubt mir, ICH weiche nie mehr aus! Vielleicht. Manchmal ist der Tief-Status auch nicht ganz so unangebracht: Im Privatleben zum Beispiel....
Die Körpersprache. Beine hüftbreit. Wir Frauen neigen dazu, die Fußspitzen ein wenig nach innen zu nehmen- so kippen wir mit unserer Hüfte nach vorne und neigen den Kopf. Das heißt? Genau- Kehle frei- ich bin unsicher, ich bin ungeschützt - ich bin ungefährlich. Im Job doof.
Eineinhalb Stunden lachen und lernen- ich würde dieses Seminar sofort wieder besuchen! Danke!
Sonntag, 24. Mai 2015
Bundesliga
Ich gebe es ja zu: Von Fußball habe ich wohl die wenigste Ahnung. Trotzdem- man fiebert mit, ich schaue regelmäßig die Spiele, jede Woche die Tabelle und habe natürlich meine Favoriten.
1. Bundesliga ist (noch) leicht: Ich mag Bayern- schon immer. Bin nie von weg- und allen Unkenrufen zum Trotz würde ich sie auch mögen, wenn sie kein Meister wären. (Sie waren es ja auch nicht ständig....)
2. Bundesliga schlägt mein Herz für Fürth- und seit zwei Jahren auch ein wenig für Karlsruhe.
Wieso für diese Vereine?
Fürth war das Produkt einer langen Fußballdiskussion an einem alkoholgeschwängerten Abend. Geblieben ist die Sympathie für die Kleeblätter
Karlsruhe war eher ein Zufallsprodukt, mit dem ich mich ein wenig auseinandergesetzt habe. Für mich absolute Außenseiter.
Aber: Relegation. Und das gegen den HSV. Meine Fürther haben den HSV nicht aus der 1. Liga geworfen. Die Chance hat der HSV nicht genutzt. Nun finde ich, haben meine Karlsruher es verdient, aufzusteigen und der HSV verdient, zumindest für eine Saison die 2. Liga kennen zu lernen.
Dann kann ich mich wieder auf die Kleeblätter in der 2. Liga konzentrieren und dem KSC wünschen, im Mittelfeld zu landen. Oder Meister zu werden!
Sonntag, 17. Mai 2015
Armes. altes Deutschland
Ein Zimmer mit zwei hochgradig dementiell veränderten Frauen. Beide in ihren Betten, das Essen steht warm und dampfend auf dem Tisch. Dort steht es auch zwei Stunden später noch. Nur nicht mehr warm und dampfend- aber unberührt. Es wird abgeholt. Auf die Frage, wieso die Damen nichts gegessen haben, erfahre ich, sie wären "wohl auf Diät". Niemand kam auf die Idee, dass die Frauen gar nicht mehr wissen, was man mit diesem "Zeug" macht. Essen. Vergessen.
Ein Zimmer mit einer Dame im Bett, die Hilfe beim Aufstehen bedarf. Insgesamt ist sie nicht mehr so gelenkig, sie ist ja auch schon etwas älter. Ihr Trinken steht auf dem Nachttisch- gut 1.5m vom Bett entfernt. Natürlich kommt sie nicht dran. Die Medikamente neben dem Trinken- sie "kann sich das ja selbständig nehmen". Ja, wenn sie denn mal so lange Arme hätte und so gelenkig wäre, wie die Pflegekräfte, die dort arbeiten. Seit 5 Tagen ist sie nicht aus dem Bett gekommen. Steht in der Dokumentation. Die Sonne scheint, das Fenster steht weit offen. Ob sie denn nicht mal raus wolle wird sie gefragt. Sie strahlt. So gerne, es wäre ja schon so lange her seit sie mal aus dem Bett gekommen wäre. Keiner macht sich die Mühe, ihr in den Rollstuhl zu helfen.
Ein Mann sitzt einsam im Aufenthaltsraum. Sein Mittagessen vor ihm ist unberührt- seine Tochter kam nicht, es ihm anzureichen. Keiner der Pflegekräfte hat darauf geachtet- keiner hat dem Mann geholfen.
Eine Pflegekraft steht im Zimmer einer Frau und möchte uns beweisen, dass die Dame im Bett noch sehr gelenkig ist. Sie reisst an den Armen und vergisst dabei, dass die Dame Kontrakturen hat (Sehen sind verkürzt) - so etwas ist Gewalt in der Pflege. Beim näheren Hinschauen stellen wir fest, dass die Dame bereits seit Stunden in ihrem eigenen Urin liegen muss. Die Bitte, die Dame nun frisch zu machen wird ignoriert:"Ich stelle erst Medikamente".
Es ist 14 Uhr. 6 Personen sitzen im Aufenthaltsraum an einem Tisch. Stille. Absolute Stille. Bis ein Mann anfängt, auf den Tisch zu klopfen. Erst langsam- dann immer schneller. Eine Pflegekraft kommt und bittet den Mann, leise zu sein.
Leise. Und verträglich.
Ein Zimmer mit einer Dame im Bett, die Hilfe beim Aufstehen bedarf. Insgesamt ist sie nicht mehr so gelenkig, sie ist ja auch schon etwas älter. Ihr Trinken steht auf dem Nachttisch- gut 1.5m vom Bett entfernt. Natürlich kommt sie nicht dran. Die Medikamente neben dem Trinken- sie "kann sich das ja selbständig nehmen". Ja, wenn sie denn mal so lange Arme hätte und so gelenkig wäre, wie die Pflegekräfte, die dort arbeiten. Seit 5 Tagen ist sie nicht aus dem Bett gekommen. Steht in der Dokumentation. Die Sonne scheint, das Fenster steht weit offen. Ob sie denn nicht mal raus wolle wird sie gefragt. Sie strahlt. So gerne, es wäre ja schon so lange her seit sie mal aus dem Bett gekommen wäre. Keiner macht sich die Mühe, ihr in den Rollstuhl zu helfen.
Ein Mann sitzt einsam im Aufenthaltsraum. Sein Mittagessen vor ihm ist unberührt- seine Tochter kam nicht, es ihm anzureichen. Keiner der Pflegekräfte hat darauf geachtet- keiner hat dem Mann geholfen.
Eine Pflegekraft steht im Zimmer einer Frau und möchte uns beweisen, dass die Dame im Bett noch sehr gelenkig ist. Sie reisst an den Armen und vergisst dabei, dass die Dame Kontrakturen hat (Sehen sind verkürzt) - so etwas ist Gewalt in der Pflege. Beim näheren Hinschauen stellen wir fest, dass die Dame bereits seit Stunden in ihrem eigenen Urin liegen muss. Die Bitte, die Dame nun frisch zu machen wird ignoriert:"Ich stelle erst Medikamente".
Es ist 14 Uhr. 6 Personen sitzen im Aufenthaltsraum an einem Tisch. Stille. Absolute Stille. Bis ein Mann anfängt, auf den Tisch zu klopfen. Erst langsam- dann immer schneller. Eine Pflegekraft kommt und bittet den Mann, leise zu sein.
Leise. Und verträglich.
Montag, 27. April 2015
Ohne Titel
Ok, ich habe ein wenig nachgedacht. Zuerst:
Ich habe tatsächlich immer Freundschaft bei uns gesehen.
Deine Art, mich kaputtmachen zu wollen, habe ich akzeptiert. Musste ich ja, da
du mir als Mensch wichtig warst. Alles, was ich dir in den Jahren der Freundschaft
gesagt habe, war auch genau so gemeint. Jedes Wort. Auch, als ich dir sagte,
dass ich nicht naiv bin und sehr wohl weiß, dass du in deinem Alter wohl eher
etwas Jüngeres brauchst um deine Bedürfnisse zu befriedigen (ok- ich habe mich
damals anders ausgedrückt- aber so war es gemeint). Es war mir immer klar, dass du mir irgendwann
erzählst, dass du dich verliebt hast – und alles, was danach folgt. Aber: Ich
habe immer gedacht, dass ich ein Teil davon sein werde, dass du mich mitnimmst.
Damit meine ich: Dass du erzählst, mich teilhaben lässt. Mich teilhaben lässt
an deiner Freude. An deinem Glück. Mich, als Freundin. Nicht nur teilhaben
lässt an deiner Trauer, deinen Sorgen, deiner Langeweile, deiner unbefriedigten
Lust, deiner Unzufriedenheit.
Du hast mir, als es mir so schlecht ging damals, einen roten
Faden gewebt, der mir geholfen hatte, die Spur zu halten. Dafür war ich dir so
dankbar, dass du einiges gut hattest. Das habe ich, so denke ich, tausendfach
zurückgeben dürfen. Alles was bleibt, ist die Vertrautheit, die ich spürte. Bis
eben.
Dann sagtest du mir, dass ich in dein echtes Leben nicht
passe. Komisch. Genau da wolltest du aber in meinem Leben sein. In meinem
echten Leben. Und: Das war auch ok für mich nach all der Zeit, in welcher du um
meine Freundschaft gekämpft hattest. Du hast mir versprochen für mich zu
kochen. Mit mir ins Kino zu gehen- sogar Hamburg hattest du mir
versprochen und ich habe nichts weiter
gesehen als einen Abend oder eine Zeit zusammen mit einem sehr guten Freund.
Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Spaß, Unterhaltung, Freude. Loslassen
können von all dem Stress der im Leben auf einen zukommt – zusammen sein mit
einem Freund. Komischerweise habe ich bis eben gedacht, dass du das auch so
gesehen hast. War dein Weinen am Telefon auch gespielt? Ja, ich habe das
gewusst. Aber eine Antwort wäre schön.
Nun weiß ich nicht weiter. Ich habe am Telefon einen ganz
anderen Menschen gehört als den, den ich kenne. Kannte ich immer eine Hülle?
Wieso hast du dich an mich gewendet? Wieso hast du mich
wieder angeschrieben? Wieso hast du mich nicht genauso weit weggestoßen, wie du
es im Sommer gemacht hast? Was hat dich dazu geführt, dass du dich wieder
gemeldet hast? War ich doch nicht so unwichtig? Kannst du mir das bitte
erklären? Das habe ich verdient und ich möchte es wissen.
Das du unglücklich bist: Ja, das verstehe ich. Ich verstehe,
dass, wenn Schmetterlinge nach so kurzer Zeit weg sind, diese wohl wirklich nur
Schmetterlinge waren. Nun kommt die alte Ela, die, die diese ganze Scheisse
schon hinter sich gebracht hat, ins Spiel:
Es gibt zwei Möglichkeiten: Ihr seid noch nicht werdende
Eltern, habt noch kein Haus- dann TRENNE DICH. Das wird nichts. Alles nur Kopf-
Vernunft. Jetzt ist eine Scheidung billig bis umsonst.
Es ist ein Kind unterwegs und der Hausbau/Kauf schon
geplant: Lass es trotzdem sein- aber geordnet. Du wirst dein Glück noch finden.
Oder auch nicht. Aber DAS ist nicht dein Glück- das ist nur ein glücklicher
Moment gewesen. Moment- mehr ist es nicht.
Schmetterlinge sind schnell weg- aber nicht nach so kurzer
Zeit. Danach kommt das tiefe Vertrauen, die Liebe. Weißt du noch, als wir
darüber geredet hatten? Weil du all das nicht verstehst?
Ich habe dich immer als einen großen Benni angesehen. Ich
denke, du bist sehr klein.
Jetzt musst du stark sein. Falsche Entscheidungen sind nicht
das Ende. Im Gegenteil- man lernt. Ich habe lange Jahre gelitten. WEIL ich
nicht den Schlussstrich gezogen hatte, als ein Kind unterwegs war, sondern
still gelitten habe. Das hat sich gerächt. Jahrelang. Bis Tom kam.
Ein wenig hatte ich dir erzählt, wenn du möchtest, erzähle
ich den Rest auch. Aber die Erfahrung, die kann ich dir nicht nehmen. Für mich
kann ich nur sagen: Es ist vorbei. Ich lebe. Ich bin glücklich. Mir geht es
gut. Ich habe super Freunde. Du fehlst. Du gehörtest dazu. Das Schlimmste: ich
WOLLTE dass du dazu gehörst. Ich wollte dich integrieren. Dir Bonn zeigen. Dich
noch lange, lange als Freund haben. Als Freund.
Du bist feige. Ich weiß. Aber ich habe Brücken gebaut ohne
Ende. Im Prinzip ein echter Architekt. Bin auf dich eingegangen, auf deine Bedürfnisse
und deine Bedarfe. Habe mich zurückgestellt und meine Bedürfnisse und Bedarfe
woanders gestillt. Weil du es gerade so gebraucht hast. Geben und Nehmen.
Nun sei mal nicht feige. Ich helfe dir, sofern du meine
Hilfe möchtest. Ich bin da, sofern du es möchtest. ABER ICH MÖCHTE, DASS DU
AUCH DA BIST. Geben und nehmen.
Wieso ich? Wieso wieder ich?
Bin gespannt auf deine Antwort. Und nun habe ich keine Zeit,
denn ich will, ja ICH WILL eine Antwort. Eine ehrliche Antwort. Das habe ich
verdient.
Danach kannst du mich streichen- komplett für immer. Manche
Menschen merken nicht, wenn sie etwas Gutes haben. Manche Menschen merken
nicht, wenn sie etwas Gutes verlieren.
Ich habe im September nicht geweint. Im Oktober auch nicht,
obwohl ich vielleicht vor dir wusste, was passiert. Nun tue ich es. Weil du
mich wie eine Fremde behandelst. Weil du unehrlich bist. Weil du – wie du Tom
immer nanntest – ein Arschloch bist. Und weil ich immer noch zu dir stehe.
Immer noch.
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