Freitag, 23. Mai 2014

Redewendung

Die deutsche Sprache ist wahrlich eine der Seltsamsten. Wir haben Wörter für Situationen und Gefühle, die in anderen Sprachen umgangen werden oder einfach begriffen werden.
Und wir haben Redewendungen.
Eine der für mich unbegreiflichsten Redewendungen ist: "Dafür nicht".

Wenn ich mich für etwas bedanke, dann kommt das von Herzen. "Dafür nicht." Ja ähm...wofür denn dann?
Laut Wiktionary ist diese Redewendung ein Synonym für "das war doch selbstverständlich."
Selbst wenn das Gegebene- egal was es war- selbstverständlich war- wieso dann nicht - genauso selbstverständlich- sich dafür bedanken? Für mich hat sich nichts geändert- ich werde mich weiterhin bedanken, wenn ich der Meinung bin, dass es jetzt passt- auch "Dafür".


tbc

Freitag, 2. Mai 2014

Was hält der Mensch aus?

Einkaufswagen, die dir an der Supermarktkasse gegen die Hacken gefahren werden
Verpuffte Gefühle
Unhöfliche Menschen
Unsachliche Kritik
ungeliebt sein
Menschen, die ihre Geldbeutel an der vollen Kasse ausleeren
Zuviel Arbeit
Stundenlange Telefonate
Alleine gelassen werden
Einsamkeit
volle Bäuche
leere Herzen
Glück
Lügen
Streit, Hasse, Unehrlichkeit
Phrasen
Falsche Wünsche
Richtige Geschenke
das Gefühl, angekommen zu sein
das Wissen, nie ankommen zu werden
schlaflose Nächte
verschlafene Tage
Nicht gehört zu werden
übergangen werden
auf Händen getragen werden
Trauer, Verlust, Tränen
Lachen, bis der Bauch sich verkrampft und schmerzt
Lustschmerz
Vertrauen
Vertrauen verlieren
Vorfreude
Nächte mit Freunden, gelacht, geweint, getrunken, gefeiert
Angst


Ich verstehe das Leben nicht
Ich verstehe die Liebe nicht
Ich verstehe den Menschen nicht
Ich verstehe nicht

Samstag, 26. April 2014

Über Schatten springen

Jeder weiß ,was damit gemeint ist. Etwas zu machen, was man normalerweise nicht machen würde. Etwas sagen, tun oder unterlassen, was viel Kraft bedeutet. Wer hat das noch nicht gemacht?
Schatten, die meiner Sprungkraft entsprechen, habe ich schon unzählige Male übersprungen. Aus vielen Gründen, die hier gar nicht wichtig sind.
Ich habe  Dinge gemacht, die nicht im mindesten meiner Überzeugung waren, um einen Menschen loszuwerden. Ob das gut war, so wie ich das gemacht habe, weiß ich nicht. JETZT ist es gut.
Ich habe mich selber entfernt, um einen Menschen glücklich zu machen. Das war, auch im nachhinein gesehen, gut.
Viele Male habe ich geschwiegen, obwohl ich hätte reden sollen oder geredet obwohl Schweigen besser gewesen werde. Man lernt dazu.
Die letzten Schatten waren größer als ich weit springen kann. Wieso ich es trotzdem geschafft habe? Ich weiß es nicht. Aber die Erkenntnis, dass es nicht reicht, wenn nur eine Person über den Schatten springen muss, daß mehrer Sprünge von beiden Seiten nötig sind- die ist mir tatsächlich erst jetzt gekommen. Nennt mich dumm. Oder lernfähig. (Würde mir fast besser gefallen)
Was ich mit dieser Erkenntnis anfangen werden, weiß ich nicht. Aufschreiben ist immer der erste Schritt um weiterzukommen- ich lasse mich überraschen!


Sonntag, 23. März 2014

Vereine

Seit ich denken kann, bin ich im DRK. Angefangen bei den Kleidersammlungen, Helfer im Sanitätsdienst, Rettungshelfer, Rettungssanitäter, Rettungsassistent. Die freien Wochenenden habe ich bis vor kurzem für Schichten auf der Feuerwache hergegeben, so manchen Abend auf Bereitschaftsabenden oder Sanitätsdiensten verbracht, den halben Sommer auf dem Kunst!Rasen geschwitzt- und immer wieder gerne den nächsten Dienst angenommen.
Irgendwann habe ich mich berufen gefühlt (oder war es mir langweilig? Gab es nichts anderes zu tun?), die Führungs- und Leitungslaufbahn einzuschlagen. Wieder Lehrgänge, Wochenenden hinter Büchern, Prüfungen als Zugführer und in der Stabsarbeit. Es hat sich gelohnt- die Arbeit macht Spaß, es gelingt mir, die Helfer mitzureissen und die Einsätze lustig und erfolgreich zu beenden.
Was mir keiner sagte: Ich muss nun auch zu Leitungsbesprechungen. Ich muss zu den Gremien, in welchen sich die Hälfter derer positionieren, die kein eigenes Leben mehr haben (zu scheinen). Gerade in der letzten Woche habe ich - und nicht nur ich- feststellen dürfen, dass die ehrenamtliche Mitarbeit in einer Hilfsorganisation überhaupt nicht heißen muss, dass man auch nur ansatzweise über soziale Kompetenz verfügt. Erschreckender Weise zeigen dann manche Menschen ihr wahres Gesicht, wenn andere ihres gerade verlieren. Nicht alle wahren Gesichter sind schön. Da werden Menschen gemobbt, abgesägt, bevormundet und hintergangen, welche tatsächlich aber den gleichen sozialen Gedanken hegen, den alle anderne in dieser Runde auch haben sollten.

Nach so vielen Jahren schwindet die Lust an der Mitarbeit. An der Arbeit für Menschen- weil Menschen so sind wie sie sind. Traurig.

Freitag, 14. März 2014

Social Media

Wieder gibt es einen Grund, einen Menschen im Internet nieder zu machen. Wieder gibt es einen Grund, die eigene Meinung anonym an all die Menschen zu senden, die sie entweder gar nicht lesen mögen oder aber erpicht darauf sind, ihre eigenen geistigen Ergüsse unsachlich und ohne Verstand der Öffentlichkeit aufzupressen. Dabei ist es gar nicht gesagt, dass es die eigene Meinung - oder der eigene geistige Erguss- ist. Oftmals wird die Meinung desjenigen übernommen, der die meisten "Gefällt mir" unter seinem Post stehen hat.
Traurig
Natürlich, da wurden Steuern hinterzogen. Nicht wenig. Keine schöne Sache - ohne Frage- aber das möchte ich hier gar nicht diskutieren. Auch das Strafmaß möchte ich nicht beurteilen - ich traue unserem Rechtsstaat zu, dies eigenverantwortlich zu verantworten.
Was ich verurteile, sind die Menschen, die ihr Leben selber nicht in den Griff bekommen aber über das Leben- egal wie es verläuft - von anderen Menschen urteilen.
Die Menschen, die ihr Leben im Netz breit treten. Die alles, was sie machen, alles was sie fühlen, alles was sie denken, sehen, schmecken oder erleben im Netz verbreiten.
Ja, auch ich bin im Netz. Auch ich habe Twitter, Facebook, lese Blogs und informiere ich auf verschiedenen Nachrichtenseiten. Trotzdem ist der Mensch, den ich auf Social Media präsentiere, nicht der Mensch, der ich bin.
Mir liegt es eher, mein Gegenüber zu sehen. Auf Reaktionen im Gesicht zu achte, mich auf freundliche oder unfreundliche Gesichter einzulassen. Kein Lob über Social Media sondern Lob auf der Arbeit, in der Freizeit, für Dinge, die gut waren. 
Keine Message sondern lachende Augen, lachende Münder, Umarmungen.
Vor allem: Kein anonymes Mobben sondern ehrliche Ansagen.

Einsam sind die, die im Netz leben.

Dienstag, 4. März 2014

Veilchensdienstag

Normalerweise arbeite ich Veilchensdienstag nicht. Also nicht im Büro. Heute habe ich es teilweise gemacht- und weiß nun auch um eine weitere Tradition, die ich bisher noch nicht mitbekommen habe:
Die Danksagung an die Geschäfte, die maßgeblich die Karnevalsvereine unterstützt haben.
Dachte ich noch, dass die paar Stunden im Büro eine ruhige Abwechslung zu den meist lauten Tagen der letzten Karnevalszeit wäre, so habe ich mich getäuscht. Gegen Mittag hörte ich eine Blaskapelle Karnevalsmusik schmettern. Auf der vielbefahrenen Straße. Ohne Ankündigung eines durchaus möglichen Karnevalszuges. Nungut, ein Grund aus dem Fenster zu schauen. Ich sehe mehrere Dutzend Beueler Stadtsoldaten, welche die Straße mit Begleitung eines Polizisten überqueren, an jedem größeren Geschäft halt machen und mit viel TamTam, Stippeföttche und Alaaf-Schreie auf ihre Geld und Kamellespender hinweisen. Eine schöne- wenn auch sehr laute- Tradition- es hat Spaß gemacht, teilzuhaben.

Ihr glaubt gar nicht, wie viele Geschäfte es in Bonn-Beuel gibt :)