Mittwoch, 17. November 2010

Mensch sein

Hören, was man vielleicht nicht hören mag.
Hören, was man vielleicht nicht ertragen kann.

Erlebtes im Gesicht miterleben.
Hinter die Maske schauen,
den Abgrund sehen.
Kaum Erträgliches ertragen müssen.
weil es auch hinter der Maske ertragen wird.

Stärke zeigen, wenn man selbst schwach ist.
Die Kraft haben, sich abzugrenzen.

Sich Selbst hinter den Menschen zurückstellen
und sich doch einbringen.
Nicht hart und kalt werden, nicht abstumpfen
Nicht aufgeben, nicht vergessen, nicht kaputt machen

- MENSCH sein.

Montag, 15. November 2010

Wie lebst Du?

Du bist eine Feder im Sturm
er treibt dich bald hierhin, bald dorthin
ohne Unterbrechung, ohne Pause
schlägt dich gegen Dächer, Mauern, Bäume
gönnt dir keine Ruhe
und ich kann nichts steuern.

Du bist eine Feder auf dem Ozean
die Wellen tragen dich mal hierhin, mal dorthin
ohne Unterbrechung, ohne Pause
sie tragen dich hoch hinauf zur Wärme der Sonne
sie ziehen dich tief hinunter in den Strudel der Gedanken,
aus dem du dich nicht lösen kannst

sie lassen dich das Land nicht einmal von Weitem sehen -


unkontrolliert.


und ich bin völlig ratlos.

Montag, 25. Oktober 2010

Was ist für mich ein Freund?

Irgendwie passend: "Aus Gründen"

Woher erkenne ich einen Freund- woher weiß ich, dass es nur ein Bekannter ist und wann bemerke ich, dass dieser Mensch mir wichtig werden könnte?

Ich habe mir nie darum Gedanken gemacht. Wieso auch? Es geschah aus dem Bauch heraus- aus dem Herzen- ausgeschaltet der Kopf- es war einfach so. Da lernt man einen Menschen kennen und stellt nach einiger Zeit fest: Ja, ein Freund- oder: Nein, war zwar anfängliche Symphatie da, aber mehr ist auch wirklich nicht geworden- oder aber: Ja, nett. Gerne ab und an was unternehmen, gerne ab und an am Leben teilhaben lassen- aber bitte mehr- nein, mehr möchte ich nicht.

Nachgedacht, WIESO ich über den ein- oder anderen Menschen genau so geurteilt habe, habe ich nie. Nun gut, ich konnte immer genau sagen, was ich an Menschen mag oder nicht, aber es kommt durchaus vor, dass ich einige Charaktereigenschaften wirklich guter Freunde auch nicht sonderlich mag- und trotzdem respektiere und schütze.

Das Ergebnis meiner - relativ kurzen- Überlegung ist dieses:

Freunde....
... sind für mich die Leute, die:

- für mich da sind
- mir wichtig genug sind, dass ich für SIE da bin
- ich vermisse wenn ich sie länger nicht höre
- von denen ich träume
- um die ich Angst haben kann und darf
- mich zum Lachen bringen, wenn ich weinen möchte oder aber
- mich zum Weinen bringen können, wenn ich Lache
- merken, wenn es mir nicht gut geht, obwohl ich es nicht sage
- mich kennen ohne dass ich mich erklären muss
- mich kennenlernen WOLLEN ohne dass ich aufdringlich werden muss
- bedingungslos sind
- Ein "Nein" akzeptieren
- ein "Nein" nicht akzeptieren, wenn sie merken, dass mir ein "Ja" viel besser tun könnte
- mit mir Seelenverwandt sind
- vor denen ich mich nicht schämen muss- für was auch immer
- ich nie anlügen werde. Weil es keinen Sinn hat.
- mir in die Augen schauen und mein Herz sehen
- ich anschweigen kann und es ist ein schöner Abend
- ehrlich zu mir sind.
- mit denen ich oft im Gedanken spreche bzw. weiß, was sie mir sagen würden.

Die Liste ist sicherlich nicht abschließend- aber spiegelt das wieder, was mir zum Begriff "Freund" als Erstes einfällt.

Ob ich an die Endlichkeit von Freundschaft glaube? Ja, sicher. Früher oder später- wahrscheinlich aber nach meinem Tod. Wer weiß?

Freitag, 22. Oktober 2010

Es ist so leicht schwer

Es ist sehr leicht, sich selber hinter einer Maske zu verstecken und für Andere stark zu sein.
Es ist sehr leicht, sich Gedanken über Menschen zu machen, wenn man sich selber dabei so schön in den Hintergrund stellen kann.
Es ist sehr leicht, Freunde zu analysieren wenn man doch eigentlich sich selber meint.
Es ist sehr leicht, zu geben.
Es ist sehr leicht, sich zu freuen, wenn Freunde sich freuen.
Es ist sehr leicht, zu spielen.

Es ist sehr leicht, wenn man es leicht haben will.

Es ist so schwer, anzunehmen, wenn man Angst hat zu verlieren.
Es ist so schwer, Ängste auszusprechen.
Es ist so schwer, zu aktzeptieren, dass man endlich ist.
Es ist so schwer, Gedanken nicht auszusprechen.
Es ist so schwer zu verstehen, dass Wahrheit Freundschaft kostet.
Es ist so schwer, die Maske auszuziehen.
Es ist so schwer, einfach DA zu sein.

Es ist so schwer, es leicht zu haben.

Montag, 20. September 2010

Manchmal

Manchmal fahre ich voller Glück durch meine Stadt,
Manchmal schwöre ich mir, hier nie fort zu ziehen.

Manchmal gehe ich voller Stolz durch mein Haus,
manchmal möchte ich das alles umarmen.

Manchmal schaue ich in den Himmel und tanze,
Manchmal möchte ich mit den Schmetterlingen fliegen.

Manchmal schenke ich jedem ein Lächeln,
manchmal bekomme ich es von vielen zurück.

Manchmal gefalle ich mir.
Manchmal auch Dir.

Manchmal möchte ich das Glück mit jedem teilen,
manchmal öffne ich mich.

Manchmal wünschte ich mir,
manchmal wäre immer.

Dienstag, 14. September 2010

Einmal im Jahr


Einmal im Jahr ist Pützchens Markt.
Einmal im Jahr nehme ich mir Sonderurlaub, um mit vielen anderen lieben Menschen des DRK und anderer Hilfsorganisationen Dienst zu machen in der Marktschule auf Pützchens Markt

Viele von den Dienst tuenden - sei es bei der Polizei, dem Marktamt, der Lebensmittelüberwachung, der Feuerwehr, der Bezirksverwaltungsstelle, der Hilfsorganisationen und des Ordnungsamtes sehe ich jährlich. Bisher fünf, seit diesem Jahr sechs Tage. Dazwischen nicht.
Trotzdem hat man das Gefühl, sich gut und lange zu kennen. Wo sonst hat man die Möglichkeit, sich 12 Stunden zu unterhalten, die Nächte durchzuspielen, nebenbei zu arbeiten und dies auch noch gemeinsam?
Erinnerungen werden wach:
In einem der ersten Jahre Pützchens Markt lernte ich Skat spielen. Lange nicht kapiert, aber nach 5 Nächten fiel der *damalige* Pfennig.
Vor meiner Zeit auf Pützchen mussten die Mädels alle Schwesterntrachten tragen. In einem Jahr, ich fuhr an diesem Tag NEF, beschlossen wir Mädels im Dienst, die Schwesterntrachten anzuziehen und in Kleid und Haube Dienst zu machen. Sozusagen in Memoriam der guten, alten Zeiten, die wir schon nicht mehr erleben durften.
Nun war genau an diesem Tag ein schwerer Unfall auf der Autobahn, ich musste mit dem Arzt dort in den Einsatz, hatte Sicherheitsschuhe, Kleid und Häubchen an und war die Lachnummer der Einsatzkräfte auf der Autobahn (und wohl auch der gaffenden Autofahrer)- und am nächsten Tag in der Zeitung.
Natürlich der Pützchens Dienstag, 11.09.2001, als wir von Besuchern erfuhren, was in den USA passiert- ungläubig stundenlang vor den von der Polizei organisierten Fernsehern saßen- und schlußendlich dafür sorgen mussten, dass keine Panik ausbricht, weil Pützchens Markt frühzeitig geschlossen wird.

Jedes Jahr Pützchens Markt hat eine Besonderheit. Pützchen 2010 wird mir in Erinnerung bleiben als das Pützchen der Sicherheitsvorkehrungen, der Konzepte und fehlenden Dienstpläne.
Jedes Jahr bin ich froh, wenn diese stressige Dienstzeit zu Ende ist.
Jedes Jahr schwöre ich mir selber, im Jahr danach weniger zu arbeiten.

So auch in diesem Jahr:

Nächstes Jahr mache ich weniger- sicher! HÖCHSTENS 2 Dienste.

Sonntag, 5. September 2010

Nennt mich "Drama-Queen"

Ist es nicht witzig, von Jemanden zu erfahren, wie man "tickt" - und derjenige so ganz daneben liegt? Dachte ich.

Gründe- wieso - weshalb- warum- tun hier grad nichts zur Sache, die sind nebensächlich.

Grund für den Blog ist eher die Tatsache, dass ich mich in der letzten Woche sehr viel mit mir selber beschäftigt habe.

In einer Mail habe ich versucht, einem Freund zu erklären, wieso ich bin wie ich bin. Wieso ich mich nicht öffne sondern eher versuche von mir abzulenken. Wieso ich eher bereit bin, anderen Menschen zu helfen als dass ich bereit bin, Hilfe anzunehmen.
Und wie groß meine Angst ist, fallen gelassen zu werden.

Das alles erklärt mich natürlich nicht in Gänze, hat aber situationsbedingt gerade gepasst.

Nun erfahre ich, dass ich ganz anders bin. Eine Drama-Queen, die wie ein Sensationsreporter den Problemen hinterherrennt um sich zu profilieren.
Du aber bist eine Drama-Liebhaberin. Wenn es Probleme zu wälzen gibt, freust du dich und hilfst auch, sie zu lösen. Wenn es keine Probleme gibt, schaffst du selber welche und wälzt dich dann darin.
Nun hab ich mir Gedanken dazu gemacht, wie ich neben meinem existenten Leben dazu noch Zeit hätte- und kam schlussendlich darauf: Gar nicht.
Was wohl stimmt- ich werde angesprochen wenn Probleme da sind- und helfe gerne (siehe oben).
Mir wird also vorgeworfen auf Mitmenschen zu reagieren. Mag gar nicht so falsch sein der Vorwurf, er irritiert mich nur.

Weiter geht es:
Wenn man Freundschaften will, sollte man kein Vertrauen brechen. Dann sollte man es auch einfach mal nett haben und nicht immer nur sein eigenes Drama im Mittelpunkt sehen.
Oha. Ja stimmt genau. Ich sehe mich selten im Mittelpunkt. Leider ist es sogar oft so, dass ich Hilfe brauche und wieder mal für Andere da sein muss.

Was ich definitiv ganz weit von mir weise ist der Vorwurf, mich in den Problemen zu wälzen. Ich wälze mich lieber in meinen eigenen Problemen ;) Und das sogar ohne dass ein Mensch dabei ist um mir dabei zuzusehen.

Unabhängig davon, dass der Grund der Mail sich aufgeklärt hat, ohne dass ich damit zu tun hatte, ist es eine Mail. die mich nachdenken lässt. Ist es für mich besser, bei "Hilferufen" abzublocken?

Oder... der Gedanke kam mir letzte Woche schon: Meine Hilfe nur noch im Freundeskreis zu belassen? Den die Mail kam nicht wirklich von einem Freund.

Fazit: Schlußendlich ist es egal, was andere Menschen von mir denken- aber ein Fünkchen Wahrheit ist immer dabei.
Und es bringt mich immer wieder dazu, über mich selber nachzudenken- demnach muss ich- ob ich will oder nicht- mich bei dem Verfasser sogar bedanken.