Dienstag, 17. April 2012

Du bist für mich.....

.... der Arm. der mich trägt
.....der Kopf der für mich denkt
.....das Herz das für mich schlägt
.....die Beine die für mich laufen
.....der Mund der für mich spricht
.....die Augen, die für mich sehen
.....die Haut die für mich spürt


Ein Traum

Gelernt

Hermann Hesse


Im Nebel


Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den anderen,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allem ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein



Unglaublich diese Worte. Gelernt? Weil ich es unterstreichen kann. Wahre Freunde sind im Nebel da. Wie oft hat man solche Freunde und wie findet man sie? Sie sind da- wenn man sie braucht. Sie sind da, wenn man sie NICHT braucht. Sie stehen da und nehmen in den Arm. Ohne Worte. Ohne Hintergedanken. Ohne Forderung.
Da Sein. 

Freitag, 13. April 2012

Werbung

Man kennt es- dieses unbewußte mitpfeifen bei Werbesongs im Radio - wenn man dann jedoch gefragt wird, was das für eine Werbung war.... also ich kann es nicht immer beantworten.

Die Werbeblöcke im Fernsehen nutze ich meistens dazu, einzuschlafen, auf Toilette zu gehen oder mit meinem Handy zu spielen. Trotzdem sind da einige Werbungen, die sich in mein Hirn gebrannt haben:

"Scheidenpilz kommt schnell". Ehrlich. Ich habe keine Ahnung, wofür diese Werbung ist- wahrscheinlich irgendeine Salbe oder Tabletten- aber dieser Werbeslogan. Ich bin traumatisiert. Ständig warte ich darauf, dass dieser ominöse Scheidenpilz mich erwischt. Vor dieser Werbung habe ich nie daran gedacht- nie Probleme gehabt- überhaupt nicht gewusst, dass mich das SO SCHNELL erwischen könnte- aber ich bin ja jetzt schlauer geworden!

"Granufink". Man kennt das ja, ständig muss man Nachts auf Toilette. Ja? Ich nicht. Seitdem diese Werbung jedoch ständig im Fernsehen lief, denke ich JEDES Mal wenn ich mal wirklich in den Nachtstunden auf Toilette muss, dass es ja Granufink gibt.

"Guten Freunden gibt man doch ein Küsschen" - Ich würde ja gerne sagen, dass ich so dick bin, weil ich so viele gute Freunde habe... aber leider- nein, ich bekomme nie ein Küsschen :(

"Merci" - Tue ich wirklich so wenig Gutes, dass mir so eine Schachtel noch nie mit Schleife und einem lächelndem Gesicht überreicht wurde?


Also ehrlich- ich denke, ich werde auch weiterhin nicht an die Werbung glauben. Sonst verliere ich den Glauben an mich :)

Sonntag, 1. April 2012

Montag

Wieder Montag. Ich weiß jetzt schon die Sprüche, die ich nach dem Aufstehen auf Twitter, Facebook und sonstigen Social Networks lesen kann- und kann keinen einzigen davon bestätigen.
Montag ist toll.
Montag ist der Tag nach einem Wochenende, dass man hoffentlich genießen konnte.
Montag ist der Tag, der das neue Wochenende ein Stückchen näher bringt.
Montag ist der Tag, an dem man ins Büro kommt und Unstimmigkeiten der letzten Woche vergessen sind.
Montag ist der Tag, an dem man motiviert die neue Woche beginnen kann.
Montag ist ein Tag mehr, der vergeht im Monat, bis zum Geldeingang am Anfang des nächsten Monats
Montag ist für mich ein Neuanfang. Der neue Tag. Die neue Woche.

Montag ist für mich ein Tag näher an dem Tag, an dem ich alle, die ich so fürchterlich lieb habe, wieder in den Arm nehmen kann.
Ach würden doch alle Tage Montage sein!

Mittwoch, 15. Februar 2012

Leben

Es war wie eine Frühlingswiese.
Jung, frisch, duftend. Einsam, frei, weitläufig. Traurig. Voller Hoffnung.
Noch unverletzt.

Es wurde eine Sommerwiese.
Voller Blumen, Insekten, Vögel. Gemeinsam. Zusammen. Freude, Glückseligkeit, Lachen.
Tatendrang.

Als es zur Herbstwiese wurde, ergoß sich der Tau wie ein Tränenschleier über die vollen, reifen Fruchtstände. Stille.
Das Ende naht.

Nun ist es Winter.
Vorbei.

Vorbei.
Bis ein Sonnenstrahl ein Lächeln in die Stille wirft und das Leben wieder weckt.
Hoffnung ist nie vorbei.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Ein Jahr

Noch einmal schlafen, dann ist ein Jahr um. Noch einmal ins Bett gehen:
"Lass mich dich anschauen- morgen bist du ein Jahr älter."

Genau. Ein Jahr.

Älter werden ist die eine Seite- zurück schauen, was alles passiert ist, ist die andere.
"Du machst deine Post erst am Geburtstag auf? Ich schau da vorher schon rein."

Was für ein Gedanke. Vorher reinschauen? NIEMALS.
Naja, einmal. Morgen ist sowieso Hektik, Dienst, keine Zeit, zu früh....
Eine Karte ist von ihren Eltern da, die könnte man doch... ach, sie wartet bis Mitternacht. Setzt sich noch etwas an den PC und vertreibt die Zeit, bis der "Tag nach einem Jahr" beginnt.
Ob es Pech bringt? Quatsch- aufmachen die Karte und sich auf Morgen freuen!
Ungeduldig schlitzt sie den Briefumschlag auf, freut sich auf die warmen Worte der Eltern- auf die Hinweise, wie lieb man sich hätte und wie sehr man an dem Tag gerne näher dabei wäre.

Keine Karte wie sonst.
Dünn. Farblos.
Traurig. Kurze, nichtssagende Worte "verbunden mit einem Kuss". Mit freundlichen Grüßen.
Hat die Entfernung sie entfremdet? Die verschiedenen Arten, ein Leben zu führen? Das Unverständnis, wie sie ihr Leben führt. Nicht so.... normal.
Schwer. Stressig. Alleine. Aber: es funktioniert.
Eltern wünschen sich etwas anderes: Das Kind soll ein besseres Leben haben.
Leicht, unbeschwert, sorglos.
Das hat sie nicht.
Die Hilfe der Eltern möchte sie nicht, sie möchte es alleine schaffen. Wieviel Streit ist deswegen schon gewesen- aber sie hat sich durchgesetzt.
Ist das nun der Lohn?
Traurig geht sie ins Bett- so hat sie sich das nicht vorgestellt. Plötzlich erscheint ihr alles, was sie macht, alles, was sie gemacht hat, falsch.
Der nächste Tag- ein Hohn. Sie möchte ihn nicht mehr. Sie möchte sich in ihr Bett verkriechen und dieses Leben Leben sein lassen. Egal was passiert.
Die ganze Mühe, die Arbeit, die Kämpfe- sie erscheinen umsonst gekämpft. Umsonst bemüht. Umsonst gearbeitet.
Der Tag bricht an. Die Traurigkeit ist mitgekommen in den Dienst. Nette Kollegen- aber das ist jetzt nicht mehr wichtig. Anrufe aus dem Elternhaus werden ignoriert. Man will jetzt auch keine "warmen Worte" mehr. Der kurze Gruß vom Vater- ein Annähern. Ein Eingestehen.
Es ist nicht mehr. Abnabeln. Es tut weh.

"Du schaust kein Jahr älter aus" aber sie fühlt sich alt. Zu alt.

Mittwoch, 17. August 2011

Wunschzettel

Ich wünsche mir Anerkennung und bekomme Trost

Ich wünsche mir Trost und bekomme Worte

Ich wünsche mir Freude und bekomme Anregung

Ich wünsche mir Ruhe und bekomme Stille

Ich wünsche mir Liebe und bekomme Freunde

Ich wünsche mir Spaß und bekomme Aufheiterung

Ich wünsche mir Rat und bekomme Diskussionen

Ich wünsche mir eine Hand und bekomme Einsamkeit

Ich wünsche mir eine Seele und bekomme ein Buch


Ich wünsche mir Leben

und bekomme Tränen


Ich gebe Anerkennung und bekomme ein Achselzucken

Ich gebe Trost und bekomme Abweisung

Ich gebe Freude und bekomme Ignoranz

Ich gebe Ruhe und bekomme Stress

Ich gebe Liebe und bekomme ein Lächeln

Ich gebe Spaß und bekomme Regen

Ich gebe einen Rat und bekomme einen Stoß

Ich gebe eine Hand und bekomme sie nicht wieder

Ich gebe meine Seele - sie wird getreten



Ich gebe Leben

und bekomme Tränen