Wieder Montag. Ich weiß jetzt schon die Sprüche, die ich nach dem Aufstehen auf Twitter, Facebook und sonstigen Social Networks lesen kann- und kann keinen einzigen davon bestätigen.
Montag ist toll.
Montag ist der Tag nach einem Wochenende, dass man hoffentlich genießen konnte.
Montag ist der Tag, der das neue Wochenende ein Stückchen näher bringt.
Montag ist der Tag, an dem man ins Büro kommt und Unstimmigkeiten der letzten Woche vergessen sind.
Montag ist der Tag, an dem man motiviert die neue Woche beginnen kann.
Montag ist ein Tag mehr, der vergeht im Monat, bis zum Geldeingang am Anfang des nächsten Monats
Montag ist für mich ein Neuanfang. Der neue Tag. Die neue Woche.
Montag ist für mich ein Tag näher an dem Tag, an dem ich alle, die ich so fürchterlich lieb habe, wieder in den Arm nehmen kann.
Ach würden doch alle Tage Montage sein!
Sonntag, 1. April 2012
Mittwoch, 15. Februar 2012
Leben
Es war wie eine Frühlingswiese.
Jung, frisch, duftend. Einsam, frei, weitläufig. Traurig. Voller Hoffnung.
Noch unverletzt.
Es wurde eine Sommerwiese.
Voller Blumen, Insekten, Vögel. Gemeinsam. Zusammen. Freude, Glückseligkeit, Lachen.
Tatendrang.
Als es zur Herbstwiese wurde, ergoß sich der Tau wie ein Tränenschleier über die vollen, reifen Fruchtstände. Stille.
Das Ende naht.
Nun ist es Winter.
Vorbei.
Vorbei.
Bis ein Sonnenstrahl ein Lächeln in die Stille wirft und das Leben wieder weckt.
Hoffnung ist nie vorbei.
Jung, frisch, duftend. Einsam, frei, weitläufig. Traurig. Voller Hoffnung.
Noch unverletzt.
Es wurde eine Sommerwiese.
Voller Blumen, Insekten, Vögel. Gemeinsam. Zusammen. Freude, Glückseligkeit, Lachen.
Tatendrang.
Als es zur Herbstwiese wurde, ergoß sich der Tau wie ein Tränenschleier über die vollen, reifen Fruchtstände. Stille.
Das Ende naht.
Nun ist es Winter.
Vorbei.
Vorbei.
Bis ein Sonnenstrahl ein Lächeln in die Stille wirft und das Leben wieder weckt.
Hoffnung ist nie vorbei.
Sonntag, 9. Oktober 2011
Ein Jahr
Noch einmal schlafen, dann ist ein Jahr um.
Noch einmal ins Bett gehen:
"Lass mich dich anschauen- morgen bist du ein Jahr älter."
Genau. Ein Jahr.
Älter werden ist die eine Seite- zurück schauen, was alles passiert ist, ist die andere.
"Du machst deine Post erst am Geburtstag auf? Ich schau da vorher schon rein."
Was für ein Gedanke. Vorher reinschauen? NIEMALS.
Naja, einmal. Morgen ist sowieso Hektik, Dienst, keine Zeit, zu früh....
Eine Karte ist von ihren Eltern da, die könnte man doch... ach, sie wartet bis Mitternacht. Setzt sich noch etwas an den PC und vertreibt die Zeit, bis der "Tag nach einem Jahr" beginnt.
Ob es Pech bringt? Quatsch- aufmachen die Karte und sich auf Morgen freuen!
Ungeduldig schlitzt sie den Briefumschlag auf, freut sich auf die warmen Worte der Eltern- auf die Hinweise, wie lieb man sich hätte und wie sehr man an dem Tag gerne näher dabei wäre.
Keine Karte wie sonst.
Dünn. Farblos.
Traurig. Kurze, nichtssagende Worte "verbunden mit einem Kuss". Mit freundlichen Grüßen.
Hat die Entfernung sie entfremdet? Die verschiedenen Arten, ein Leben zu führen? Das Unverständnis, wie sie ihr Leben führt. Nicht so.... normal.
Schwer. Stressig. Alleine. Aber: es funktioniert.
Eltern wünschen sich etwas anderes: Das Kind soll ein besseres Leben haben.
Leicht, unbeschwert, sorglos.
Das hat sie nicht.
Die Hilfe der Eltern möchte sie nicht, sie möchte es alleine schaffen. Wieviel Streit ist deswegen schon gewesen- aber sie hat sich durchgesetzt.
Ist das nun der Lohn?
Traurig geht sie ins Bett- so hat sie sich das nicht vorgestellt. Plötzlich erscheint ihr alles, was sie macht, alles, was sie gemacht hat, falsch.
Der nächste Tag- ein Hohn. Sie möchte ihn nicht mehr. Sie möchte sich in ihr Bett verkriechen und dieses Leben Leben sein lassen. Egal was passiert.
Die ganze Mühe, die Arbeit, die Kämpfe- sie erscheinen umsonst gekämpft. Umsonst bemüht. Umsonst gearbeitet.
Der Tag bricht an. Die Traurigkeit ist mitgekommen in den Dienst. Nette Kollegen- aber das ist jetzt nicht mehr wichtig. Anrufe aus dem Elternhaus werden ignoriert. Man will jetzt auch keine "warmen Worte" mehr. Der kurze Gruß vom Vater- ein Annähern. Ein Eingestehen.
Es ist nicht mehr. Abnabeln. Es tut weh.
"Du schaust kein Jahr älter aus" aber sie fühlt sich alt. Zu alt.
"Lass mich dich anschauen- morgen bist du ein Jahr älter."
Genau. Ein Jahr.
Älter werden ist die eine Seite- zurück schauen, was alles passiert ist, ist die andere.
"Du machst deine Post erst am Geburtstag auf? Ich schau da vorher schon rein."
Was für ein Gedanke. Vorher reinschauen? NIEMALS.
Naja, einmal. Morgen ist sowieso Hektik, Dienst, keine Zeit, zu früh....
Eine Karte ist von ihren Eltern da, die könnte man doch... ach, sie wartet bis Mitternacht. Setzt sich noch etwas an den PC und vertreibt die Zeit, bis der "Tag nach einem Jahr" beginnt.
Ob es Pech bringt? Quatsch- aufmachen die Karte und sich auf Morgen freuen!
Ungeduldig schlitzt sie den Briefumschlag auf, freut sich auf die warmen Worte der Eltern- auf die Hinweise, wie lieb man sich hätte und wie sehr man an dem Tag gerne näher dabei wäre.
Keine Karte wie sonst.
Dünn. Farblos.
Traurig. Kurze, nichtssagende Worte "verbunden mit einem Kuss". Mit freundlichen Grüßen.
Hat die Entfernung sie entfremdet? Die verschiedenen Arten, ein Leben zu führen? Das Unverständnis, wie sie ihr Leben führt. Nicht so.... normal.
Schwer. Stressig. Alleine. Aber: es funktioniert.
Eltern wünschen sich etwas anderes: Das Kind soll ein besseres Leben haben.
Leicht, unbeschwert, sorglos.
Das hat sie nicht.
Die Hilfe der Eltern möchte sie nicht, sie möchte es alleine schaffen. Wieviel Streit ist deswegen schon gewesen- aber sie hat sich durchgesetzt.
Ist das nun der Lohn?
Traurig geht sie ins Bett- so hat sie sich das nicht vorgestellt. Plötzlich erscheint ihr alles, was sie macht, alles, was sie gemacht hat, falsch.
Der nächste Tag- ein Hohn. Sie möchte ihn nicht mehr. Sie möchte sich in ihr Bett verkriechen und dieses Leben Leben sein lassen. Egal was passiert.
Die ganze Mühe, die Arbeit, die Kämpfe- sie erscheinen umsonst gekämpft. Umsonst bemüht. Umsonst gearbeitet.
Der Tag bricht an. Die Traurigkeit ist mitgekommen in den Dienst. Nette Kollegen- aber das ist jetzt nicht mehr wichtig. Anrufe aus dem Elternhaus werden ignoriert. Man will jetzt auch keine "warmen Worte" mehr. Der kurze Gruß vom Vater- ein Annähern. Ein Eingestehen.
Es ist nicht mehr. Abnabeln. Es tut weh.
"Du schaust kein Jahr älter aus" aber sie fühlt sich alt. Zu alt.
Mittwoch, 17. August 2011
Wunschzettel
Ich wünsche mir Anerkennung und bekomme Trost
Ich wünsche mir Trost und bekomme Worte
Ich wünsche mir Freude und bekomme Anregung
Ich wünsche mir Ruhe und bekomme Stille
Ich wünsche mir Liebe und bekomme Freunde
Ich wünsche mir Spaß und bekomme Aufheiterung
Ich wünsche mir Rat und bekomme Diskussionen
Ich wünsche mir eine Hand und bekomme Einsamkeit
Ich wünsche mir eine Seele und bekomme ein Buch
Ich wünsche mir Leben
und bekomme Tränen
Ich gebe Anerkennung und bekomme ein Achselzucken
Ich gebe Trost und bekomme Abweisung
Ich gebe Freude und bekomme Ignoranz
Ich gebe Ruhe und bekomme Stress
Ich gebe Liebe und bekomme ein Lächeln
Ich gebe Spaß und bekomme Regen
Ich gebe einen Rat und bekomme einen Stoß
Ich gebe eine Hand und bekomme sie nicht wieder
Ich gebe meine Seele - sie wird getreten
Ich gebe Leben
und bekomme Tränen
Ich wünsche mir Trost und bekomme Worte
Ich wünsche mir Freude und bekomme Anregung
Ich wünsche mir Ruhe und bekomme Stille
Ich wünsche mir Liebe und bekomme Freunde
Ich wünsche mir Spaß und bekomme Aufheiterung
Ich wünsche mir Rat und bekomme Diskussionen
Ich wünsche mir eine Hand und bekomme Einsamkeit
Ich wünsche mir eine Seele und bekomme ein Buch
Ich wünsche mir Leben
und bekomme Tränen
Ich gebe Anerkennung und bekomme ein Achselzucken
Ich gebe Trost und bekomme Abweisung
Ich gebe Freude und bekomme Ignoranz
Ich gebe Ruhe und bekomme Stress
Ich gebe Liebe und bekomme ein Lächeln
Ich gebe Spaß und bekomme Regen
Ich gebe einen Rat und bekomme einen Stoß
Ich gebe eine Hand und bekomme sie nicht wieder
Ich gebe meine Seele - sie wird getreten
Ich gebe Leben
und bekomme Tränen
Freitag, 29. Juli 2011
Manchmal
Manchmal gebe ich meine Zeit für alles, was für mich wichtig ist. Später frage ich mich, wann die Zeit zurück kommt?
Manchmal gebe ich mein Herz an Dinge und Menschen, die es wert sind. Um es später zu suchen.
Manchmal lache ich mit, weil ich es möchte. Oft kommt kein Lachen zurück.
Manchmal tröste ich, wenn andere traurig sind. Dann allerdings weine ich alleine.
Manchmal hole ich den Regenbogen für Euch. Aber alles bleibt grau in mir.
Manchmal bin ich leise. Dann allerdings kommt es laut zurück.
Manchmal frage ich mich, wieso es so ist, wie es ist. Die Antwort weht vorüber, verschwindet im wabbernden Nebel der Gedanken.
Manchmal frage ich mich, was für mich ist. Dann lacht die Welt und zeigt mir ihr hässlichstes Gesicht.
Manchmal bin ich einsam und alleine. Ich schaue in den Regen und warte, bis ich geholt werde.
Manchmal kommt ein Sonnenstrahl und erwärmt mein Gesicht. Ich freue mich zu langsam- die Wolken verdecken das Glück.
Manchmal ist es für mich zuviel. Dann kommt ein Wort, ein Lächeln, ein Gedanke und ich mache weiter.
Manchmal bin ich groß. Dann kommt das Loch, das ich übersehen habe.
Manchmal bin ich zu langsam. Gefühle und Launen brechen über mich herein. Ich werde damit nicht fertig.
Manchmal möchte ich weg sein. Versunken in mir selber in einer Welt, die nichts erwartet.
Die Welt, die nichts zurückgibt, die habe ich hier.
Manchmal gebe ich mein Herz an Dinge und Menschen, die es wert sind. Um es später zu suchen.
Manchmal lache ich mit, weil ich es möchte. Oft kommt kein Lachen zurück.
Manchmal tröste ich, wenn andere traurig sind. Dann allerdings weine ich alleine.
Manchmal hole ich den Regenbogen für Euch. Aber alles bleibt grau in mir.
Manchmal bin ich leise. Dann allerdings kommt es laut zurück.
Manchmal frage ich mich, wieso es so ist, wie es ist. Die Antwort weht vorüber, verschwindet im wabbernden Nebel der Gedanken.
Manchmal frage ich mich, was für mich ist. Dann lacht die Welt und zeigt mir ihr hässlichstes Gesicht.
Manchmal bin ich einsam und alleine. Ich schaue in den Regen und warte, bis ich geholt werde.
Manchmal kommt ein Sonnenstrahl und erwärmt mein Gesicht. Ich freue mich zu langsam- die Wolken verdecken das Glück.
Manchmal ist es für mich zuviel. Dann kommt ein Wort, ein Lächeln, ein Gedanke und ich mache weiter.
Manchmal bin ich groß. Dann kommt das Loch, das ich übersehen habe.
Manchmal bin ich zu langsam. Gefühle und Launen brechen über mich herein. Ich werde damit nicht fertig.
Manchmal möchte ich weg sein. Versunken in mir selber in einer Welt, die nichts erwartet.
Die Welt, die nichts zurückgibt, die habe ich hier.
Montag, 6. Juni 2011
Social Network
Wie toll ist doch Twitter und Facebook. Es bietet sich die Möglichkeit, uns in 140 Zeichen oder mehr mitzuteilen, Witze, über die keiner Lachen würde zu veröffentlichen,vermeintlichen Druck durch Folgen, Entfolgen oder Entfreunden aufzubauen, Vorlieben und Symphatien durch und mit Sternen kundzutun... unzählige Möglichkeiten für Menschen, die, so zeigt es sich immer und immer wieder, immer weniger in der Lage sind, sich durch Gespräche oder- kleinstenfalls durch Mails kommunikativ mitzuteilen.
Streit mit einem Freund oder Bekannten? Kein Problem- ich entfolge oder blocke
Erwartungen werden nicht erfüllt? Kein Problem, ich stelle bei Twitter öffentlich an den Pranger
Tweets wurden nicht mit den entsprechenden Smileys gekennzeichnet? Kein Problem, ich bombadiere mit bösen DM´s
"Gefällt mir" wurde einmal zu wenig gedrückt? Kein Problem, ich gebe es tausendfach zurück.
Deine Gesellschaft interessiert mich nicht mehr? Kein Problem, ich ignoriere dich einfach öffentlich
Vor Allem in der letzten Zeit ist mir verstärkt aufgefallen, dass der MENSCH im Hintergrund der Tweets und Veröffentlichungen immer weniger gesehen wird. Das Tweets verletzend oder niederträchtig, neidvoll oder unter der Gürtellinie verfasst werden, scheint mittlerweile normal zu sein. Der Mensch wird auf seine absichtlichen oder unabsichtlichen Rechtschreibefehler reduziert.
Selbst Freunde sind nicht mehr in der Lage, Treffen oder Feierlichkeiten bei einem oder mehr Gläsern Kölsch zu besprechen, ein Telefonat zu führen oder schlimmstenfalls eine Mail zu schreiben- nein, man liest auf Twitter oder Facebook, was man mal wieder alles falsch gemacht hat, welche Erwartungen man nicht erfüllt hat und dass man am Besten gar nicht auf der Erde wäre.
Ja. Nun leider kann man sich virtuell nicht von der Erde lösen- man bleibt und möchte reden.
REDEN? Was war das noch mal? Ach ja, Mails solange hin - und herschicken, bis auch das letzte Fünkchen Freundschaft verschwunden ist.
Die Charakterzüge, die sich bei einigen Menschen in ihren geistigen Ergüssen auftun, sind zum Teil unannehmbar. Würde man das, was zum Teil im Internet veröffentlicht wird, jemanden ins GEsicht sagen, wäre man bis zum Lebensende verfeindet. Und darüber hinaus.
Jetzt aber... naja. Man kann den Tweet ja löschen, wenn es zu hart war. Bleibt das Öffentliche. Man nannte das im Übrigen früher einmal mobben. Bekannt? Besonders effektiv mit besonders vielen Followern, da man hier eine breitere Masse von nichtdenkenden Twitterern erreichen kann.
Netiquette für das Internet? Tausendmal publiziert- interessiert augenscheinlich nur eine Handvoll Menschen. Die, die ihr Reallife (das, was es früher ausschließlich nur gab) nicht mit dem virtuellen Leben verwechseln.
Ein Hoch auf diese Menschen. Ich bin stolz, einige von Ihnen zu kennen und noch stolzer, mir bei diesen Menschen Fehler erlauben zu dürfen, ohne öffentlich zerrissen zu werden.
Ich danke Euch!
Streit mit einem Freund oder Bekannten? Kein Problem- ich entfolge oder blocke
Erwartungen werden nicht erfüllt? Kein Problem, ich stelle bei Twitter öffentlich an den Pranger
Tweets wurden nicht mit den entsprechenden Smileys gekennzeichnet? Kein Problem, ich bombadiere mit bösen DM´s
"Gefällt mir" wurde einmal zu wenig gedrückt? Kein Problem, ich gebe es tausendfach zurück.
Deine Gesellschaft interessiert mich nicht mehr? Kein Problem, ich ignoriere dich einfach öffentlich
Vor Allem in der letzten Zeit ist mir verstärkt aufgefallen, dass der MENSCH im Hintergrund der Tweets und Veröffentlichungen immer weniger gesehen wird. Das Tweets verletzend oder niederträchtig, neidvoll oder unter der Gürtellinie verfasst werden, scheint mittlerweile normal zu sein. Der Mensch wird auf seine absichtlichen oder unabsichtlichen Rechtschreibefehler reduziert.
Selbst Freunde sind nicht mehr in der Lage, Treffen oder Feierlichkeiten bei einem oder mehr Gläsern Kölsch zu besprechen, ein Telefonat zu führen oder schlimmstenfalls eine Mail zu schreiben- nein, man liest auf Twitter oder Facebook, was man mal wieder alles falsch gemacht hat, welche Erwartungen man nicht erfüllt hat und dass man am Besten gar nicht auf der Erde wäre.
Ja. Nun leider kann man sich virtuell nicht von der Erde lösen- man bleibt und möchte reden.
REDEN? Was war das noch mal? Ach ja, Mails solange hin - und herschicken, bis auch das letzte Fünkchen Freundschaft verschwunden ist.
Die Charakterzüge, die sich bei einigen Menschen in ihren geistigen Ergüssen auftun, sind zum Teil unannehmbar. Würde man das, was zum Teil im Internet veröffentlicht wird, jemanden ins GEsicht sagen, wäre man bis zum Lebensende verfeindet. Und darüber hinaus.
Jetzt aber... naja. Man kann den Tweet ja löschen, wenn es zu hart war. Bleibt das Öffentliche. Man nannte das im Übrigen früher einmal mobben. Bekannt? Besonders effektiv mit besonders vielen Followern, da man hier eine breitere Masse von nichtdenkenden Twitterern erreichen kann.
Netiquette für das Internet? Tausendmal publiziert- interessiert augenscheinlich nur eine Handvoll Menschen. Die, die ihr Reallife (das, was es früher ausschließlich nur gab) nicht mit dem virtuellen Leben verwechseln.
Ein Hoch auf diese Menschen. Ich bin stolz, einige von Ihnen zu kennen und noch stolzer, mir bei diesen Menschen Fehler erlauben zu dürfen, ohne öffentlich zerrissen zu werden.
Ich danke Euch!
Freitag, 6. Mai 2011
Außengastronomie
Frühling- wie immer direkt mit sommerlichen Temperaturen, was also spricht dagegen, das Wochenende mit einem Eiskaffee bei Starbucks einzuläuten? Nagut, ich bin etwas faul- aber dafür raffe ich mich dennoch auf.
Das Schönste am Eiskaffee mitten in der Innenstadt ist doch das Lästern über all die Menschen, die sicherlich irgendetwas an sich haben, was ich selber gerne hätte. Oder aber die genau diese schlechten Eigenschaften haben, die ich selber besitze. Also: Spiegel vorhalten.
Dort zum Beispiel kommt der typische Manager-Typ. Oder Versicherungsvertreter. Bankkaufmann? Wie auch immer. Iphone in der Hand- nein, am Ohr. Kaffee in der anderen Hand, zusammen mit dem typischen Versicherungsunterlagenaufbewahrungstäschchen.
Immer im Stress- alles gleichzeitig erledigen, immer wichtig sein und vor Allem immer über alles direkt - ohne Zeitverzögerung- informiert werden.
Über seine, auf dem Weg von der Mittagspause durchgeführten, angeregten Dienstgespräche hin übersieht er die Frau mit der roten Plunderhose. Jesuslatschen, lange, lockige Haare, glückliches Gesicht, eine Tüte voller Biolebensmittel und ein Buch in der Hand setzt sie sich auf eine Bank und genießt die Sonne. Der Wind weht ihre Haare immer wieder vor die Augen, aber sie scheint es nicht zu bemerken. Vertieft in das Buch- dessen Titel ich leider nicht erkennen kann- sieht sie aus, als würde sie sich vollkommen alleine auf der Welt fühlen.
Eine Gruppe Schülerinnen und Schüler kommt über den Platz geschlendert. Jeder ein Brötchen oder ein Teilchen in der Hand. Jeder? Nein, am Ende der Gruppe ein Mädel und ein Junge, welche sich, verschüchtert in die Runde blickend, ab und an die Hand geben und streicheln. Werden sie angesprochen, so zucken sie auseinander und versuchen, mit möglichst cooler Miene und barscher Stimme zu antworten.
So weit ist das Baby - sicherlich ein Mädchen wegen der geblümten Mütze - in dem Kinderwagen am Tisch neben mir noch nicht. Mit großen Augen bewundert das Mädchen ihren Vater, der etwas ungeschickt versucht, seine Tochter aus dem Wagen zu holen. Die Mama sitzt am Tisch und beobachtet lächelnd die Anstrengungen- glücklich über ihre kleine Familie.
Hinter mir höre ich laut schimpfend eine alte Dame mit Rollator über das Kopfsteinpflaster gehen. Es scheint sehr anstrengend zu sein, den Rollator, gefüllt mit Einkäufen für das Wochenende, über die Pflastersteine zu schieben. Dabei soll das doch eine Erleichterung für alte Menschen sein. Naja, ich mag Kopfsteinpflaster auch nicht, wenn ich mit höheren Schuhen eilig durch die Stadt muss. Trotzdem- die Dame tut mir leid, aber helfen kann und will ich nicht.
Wie alle alten Damen trägt sie ein großgeblümtes, lilagrünblaubraunoranges Tshirt und eine beige Hose. Die Gesundheitsschuhe sehen unglaublich hässlich aus- sind aber wohl mindestens so bequem. Habe ich später auch so ein Tshirt an? Und im Winter einen pinken oder grünen Pullover? Muss wohl, denn ALLE alten Damen tragen so etwas.
Was all diese Leue wohl über die Frau denken, die da am Tisch sitzt und selbstversunken in die Runde schaut? Unglücklich sieht sie aus, nicht zufrieden mit sich, aber überspielen kann sie es gut. Wenn sie angefasst wird, zuckt sie zusammen- ihr ist es peinlich. Nichts an ihr gefällt ihr wirklich. Aber stark wirkt sie. Sicherlich nicht unintelligent und im Zuge jahrelanger Übung auch selbstsicher nach außen. Irgendwie tut sie mir leid. Sie wirkt verlassen und einsam - obwohl sie anscheinend, den sie grüßenden Menschen nach zu urteilen, einen großen Bekanntenkreis hat.
So einen Frühsommertag in der Außengastronomie zu verbringen ist spannender als ein Buch. Menschen beobachten und eigene Fehlbarkeiten verstecken- wer macht das nicht gerne? Ich liebe es, scheinbar unbeobachtet in meine Traumwelt zu versinken.
Das Schönste am Eiskaffee mitten in der Innenstadt ist doch das Lästern über all die Menschen, die sicherlich irgendetwas an sich haben, was ich selber gerne hätte. Oder aber die genau diese schlechten Eigenschaften haben, die ich selber besitze. Also: Spiegel vorhalten.
Dort zum Beispiel kommt der typische Manager-Typ. Oder Versicherungsvertreter. Bankkaufmann? Wie auch immer. Iphone in der Hand- nein, am Ohr. Kaffee in der anderen Hand, zusammen mit dem typischen Versicherungsunterlagenaufbewahrungstäschchen.
Immer im Stress- alles gleichzeitig erledigen, immer wichtig sein und vor Allem immer über alles direkt - ohne Zeitverzögerung- informiert werden.
Über seine, auf dem Weg von der Mittagspause durchgeführten, angeregten Dienstgespräche hin übersieht er die Frau mit der roten Plunderhose. Jesuslatschen, lange, lockige Haare, glückliches Gesicht, eine Tüte voller Biolebensmittel und ein Buch in der Hand setzt sie sich auf eine Bank und genießt die Sonne. Der Wind weht ihre Haare immer wieder vor die Augen, aber sie scheint es nicht zu bemerken. Vertieft in das Buch- dessen Titel ich leider nicht erkennen kann- sieht sie aus, als würde sie sich vollkommen alleine auf der Welt fühlen.
Eine Gruppe Schülerinnen und Schüler kommt über den Platz geschlendert. Jeder ein Brötchen oder ein Teilchen in der Hand. Jeder? Nein, am Ende der Gruppe ein Mädel und ein Junge, welche sich, verschüchtert in die Runde blickend, ab und an die Hand geben und streicheln. Werden sie angesprochen, so zucken sie auseinander und versuchen, mit möglichst cooler Miene und barscher Stimme zu antworten.
So weit ist das Baby - sicherlich ein Mädchen wegen der geblümten Mütze - in dem Kinderwagen am Tisch neben mir noch nicht. Mit großen Augen bewundert das Mädchen ihren Vater, der etwas ungeschickt versucht, seine Tochter aus dem Wagen zu holen. Die Mama sitzt am Tisch und beobachtet lächelnd die Anstrengungen- glücklich über ihre kleine Familie.
Hinter mir höre ich laut schimpfend eine alte Dame mit Rollator über das Kopfsteinpflaster gehen. Es scheint sehr anstrengend zu sein, den Rollator, gefüllt mit Einkäufen für das Wochenende, über die Pflastersteine zu schieben. Dabei soll das doch eine Erleichterung für alte Menschen sein. Naja, ich mag Kopfsteinpflaster auch nicht, wenn ich mit höheren Schuhen eilig durch die Stadt muss. Trotzdem- die Dame tut mir leid, aber helfen kann und will ich nicht.
Wie alle alten Damen trägt sie ein großgeblümtes, lilagrünblaubraunoranges Tshirt und eine beige Hose. Die Gesundheitsschuhe sehen unglaublich hässlich aus- sind aber wohl mindestens so bequem. Habe ich später auch so ein Tshirt an? Und im Winter einen pinken oder grünen Pullover? Muss wohl, denn ALLE alten Damen tragen so etwas.
Was all diese Leue wohl über die Frau denken, die da am Tisch sitzt und selbstversunken in die Runde schaut? Unglücklich sieht sie aus, nicht zufrieden mit sich, aber überspielen kann sie es gut. Wenn sie angefasst wird, zuckt sie zusammen- ihr ist es peinlich. Nichts an ihr gefällt ihr wirklich. Aber stark wirkt sie. Sicherlich nicht unintelligent und im Zuge jahrelanger Übung auch selbstsicher nach außen. Irgendwie tut sie mir leid. Sie wirkt verlassen und einsam - obwohl sie anscheinend, den sie grüßenden Menschen nach zu urteilen, einen großen Bekanntenkreis hat.
So einen Frühsommertag in der Außengastronomie zu verbringen ist spannender als ein Buch. Menschen beobachten und eigene Fehlbarkeiten verstecken- wer macht das nicht gerne? Ich liebe es, scheinbar unbeobachtet in meine Traumwelt zu versinken.
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